2026: 11. Feb. - 8. Apr. - 10. Jun. - 12. Aug. - 14. Okt. - 9. Dez. 2026 (19:00 - 21:00 Uhr)
-- zum Teil mit Medizinern / Kontaktlinsenspezialisten (wird vorab bekannt gegeben).
Dauerhafter Link zum KeraLens-"Online-Stammtisch": https://lecture.senfcall.de/ker-358-fzk-yqk
(Keine Anmeldung, kein Passwort notwendig - einfach per "Click" zur angegebenen Zeit teilnehmen)
Weitere Infos zu den Stammtischen unter: https://www.forum.keratokonus.de/viewforum.php?f=152
(Zusätzlich oder als Alternative zu den regionalen Treffen.)
Es werden neue Kanäle aufgebaut, wie z.B. auf Mastodon und Bluesky. Weitere werden folgen.
Weitere Information und Diskussion dazu bitte hier: https://forum.keratokonus.de/viewtopic.php?t=6501
Verückte Entdeckung - Doppelbrille
-
Armin
Verückte Entdeckung - Doppelbrille
Als ich vor einem Jahr wieder einmal eine neue Brille abholte, war ich sehr enttäuscht über die Verbesserung und hielt mir zufällig die alte Brille vor die neue. Der Seheindruck war verblüffend - deutlich schärfer . In den Folgemonaten habe ich diese Entdeckung getestet und herausgefunden, dass bei Tageslicht die "Doppelbrillen-Lösung" deutlich besser ist, jedoch bei bei Dunkelheit oder in dunklen Räumen nicht funktioniert
Nachdem ich meinem Augenarzt von diesem Experiment berichtete, berechnete er die aus der "Doppelbrille" resultierenden Werte und testete die Einstellungen mit seinem Gerät. Das Ergebnis entsprach dem Seheindruck mit "Doppelbrille" im Dunkeln - also schlechter als die Einbrillen-Variante. Meine Anmerkung, dass ich schon seit geraumer Zeit den Eindruck habe, dass die Sehtestergebnisse mit seinem Gerät (schwarze Zahlen vor beleuchtetem Hintergrund) nicht mit meinem Seheindruck bei Tageslicht übereinstimmt, tat er relativ schnell ab und bestand darauf, dass das alles nicht sein könne.
Ich verließ die Praxis, setzte meine zweite Brille vor die erste und sah, wie gewohnt, besser. Seither trage ich beim Autofahren. Lesen und Arbeiten am Computer zwei Brillen.
Da dies zugegebenermaßen etwas bekloppt aussieht und ich mir nicht getraue in der Öffentlichkeit so herumzurennen, habe ich den Optiker gebeten, mir aus den zwei Brillen eine zu machen. Mit Hilfe eines Linsenherstellers wurden dann die resultierenden Werte errechnet und die neue Brille angefertigt.
Doch die Sehwerte mit neuer Brille kamen nicht an die "Doppelbrillenlösung" heran.
Daher trage ich immer noch zwei Brillen bei Tageslicht und eine bei Dunkelheit.
Nächstens versuche ich noch eine Clip-Lösung bei der die zweiten Linsen an die Brille geclipt werden.
Tatsache ist jedoch, dass zwei Linsen hintereinander nicht denselben Effekt haben wie eine Linse mit den korrespondierenden Werten. Erklären kann das zwar keiner so richtig, ist aber so.
Die zweite Entdeckung, dass Sehtests mit den üblichen Geräten bei Keratokonus zu anderen Ergebnissen kommen als Sehtests mit Tageslicht und Wandtafeln scheint mir bedeutender und sollte man vielleicht mal genereller untersuchen. Vermutlich hängt das mit der hellen Hintergrundbeleuchtung zusammen oder der unterschiedlichen Pupillenöffnung, was ja je nach Form und Lage des KC relevant sein dürfte.
-
Günter Portisch
Re: Verückte Entdeckung
So, also ich will eine möglichst einfache Erklärung versuchen warum wir mit KK mit einer Hintergrundbeleuchtung deutlich schlechter sehen.
Der Grund ist der selbe weshalb viele Schwierigkeiten haben nachts zu fahren und auch warum wir lichtempfindlicher sind wie normal Sehende.
Verursacht wird das alles durch unsere Augenhornhaut. Beim fortschreitenden KK wird die Augenhornhaut immer unsymmetrischer und überzieht sich auch mit Narben.
Also die Augenhornhaut wird eine „Hügellandschaft“.
Beim normalen Auge wird das Licht – salopp gesprochen - auf einen punkt auf der Netzhaut Konzentriert.
Bei einem KK wird das Licht ,bedingt durch die Hügellandschaft, nicht mehr auf einen Punkt konzentriert sondern auf mehrere, zwar landet das meiste Licht doch an einem Punkt, aber nicht alles (daher kommen manchmal auch Doppelbilder – ist jedoch nicht der einzigste Grund für Doppelbilder), und dieses Licht das „danebengeht“ erzeugt Unschärfen beim sehen. An diesen Effekt haben wir und gewöhnt und er erzeugt erst einmal höhere Lichtempfindlichkeit. Das Licht das „danebengeht“ wird von unserm Gehirn normalerweise – ich sag mal – herausgerechnet, ignoriert.
Höhere Lichtempfindlichkeit, weil das Licht, das „danebengeht“, uns Blendet (die Netzhaut reizt).
So jetzt schalten wir eine Hintergrundbeleuchtung ein, eine Situation, die für das Auge doch recht ungewöhnlich ist, und versuchen schwarze Buchstaben zu lesen. Durch die hohe Helligkeit, die sich über eine Fläche verteilt, erzeugt das Licht, das „danebengeht“, plötzlich so hohe Störungen das unser Gehirn die nicht mehr ignorieren kann. Haben jetzt die Punkte an denen das Licht landet Licht keinen großen Abstand (was bei uns meistens der Fall ist) werden diese Störungen zum Bild dazu genommen dadurch wird das Bild das unser Gehirn erstellt unscharf und die Sehleistung geht zurück.
Das unser Gehirn aus diesem „Bildermüll“ noch ein einigermaßen vernünftiges Bild hinbekommt ist eigentlich eine große Leistung.
Ich hoffe das ich eine einigermaßen Verständlich Erklärung hinbekommen habe, ohne die Optik (Physik) größer zu Bemühen. Ich bin dadurch von der physikalischen Erklärung stellenweise stark abgewichen, das habe ich aufgrund einer besseren Verständlichkeit getan. Ich lasse mich aber gerne auf eine „physikalische Diskussion“ darüber ein.
Gruß Günter
-
Armin
Re: Verückte Entdeckung
deine Erklärung mag stimmen oder auch nicht - Wichtig ist jedoch m.E., was die Augenärzte machen - nd die bestehen meistens auf dem Standardtest. Das hat jedoch zur Folge, dass evtl. nicht optimale Korrekturwerte ermittelt werden.
An das erste Problem ("Doppelbrille kontra "Einzelbrille") hast du dich als Physiker nicht herangetraut?
Gruss
Armin
-
Günter Portisch
Re: Verückte Entdeckung
die Erklärung habe ich „versucht“ weil Tim eine haben wollte.
Wegen dem Standardtest! Ich lasse die richtigen Korrekturwerte die ich brauche von meinem Optiker ermitteln, der hört wenigstens auf mich, und macht der besser als mein Augenarzt. Mein Optiker lässt sich auch wesentlich mehr Zeit damit als mein Arzt.
Das mit deiner Doppelbrille wollte ich eigentlich nicht angehen, weil die Erklärung dazu ziemlich lapidar ist. Man kann ein Fernrohr auch nicht mit nur einer Linse bauen. Du hast mit deinen 2 Brillen sicher so was wie ein „Fernrohreffekt“. Nur die Erklärung hilft Dir auch nicht weiter. Diesen Effekt zu berechnen würde auch mir etwas schwer fallen, da die physikalischen Definitionen die die Optiker für ihre Brillen verwenden (historisch bedingt) ziemlich kompliziert sind – komplizierter als nötig. Das eine Stärkeberechnung nicht geklappt hat wundert mich daher nicht.
In deinem Fall würde ich mal versuchen die Stärke die die Doppelbrille liefert zu messen. Dabei muss aber die Lage und der Abstand bei der Messung, genau so sein, wie Du die Brillen auf der Nase hast. Du kannst ja mal deinen Optiker fragen ob eine solche Messung, mit den Standardgeräten die er hat, möglich ist.
Gruß Günter
-
Christoph
Re: Verückte Entdeckung
Ich erreiche bei Tageslicht beim Sehtest desahlb auch einen deutlich höheren Wert.
Viele Grüße
Christoph
-
Günter Portisch
Re: Verückte Entdeckung
das ein Sehtest ohne Hintergrundbeleuchtung andere Werte liefert als einer mit Tageslicht und Lesetafeln trifft bei mir auch zu. Ich habe beidseitig eine Hornhauttransplantation.
Mein Arzt/Ärzte habe das auch nie kapiert!
Meinem Optiker habe ich das verklickert, allerdings musste ich da Tiefgreifende Optikkenntnisse anwenden (ich bin Physiker).
Wenn es Dich interessiert kann ich eine einigermaßen fundierte Begründung dafür geben – leider muss man etwas von Optik und Optischer-Beugung verstehen.
Gruß Günter
-
Tim
Re: Verückte Entdeckung
das würde mich auch schon interessieren.
Vielleicht kannst du das ja mal in Kurzfassung erklären,
warum das eine besser als das andere ist.