Termine für den KeraLens-"Online-Stammtisch" der Keratokonus Selbsthilfegruppe:

2026: 11. Feb. - 8. Apr. - 10. Jun. - 12. Aug. - 14. Okt. - 9. Dez. 2026 (19:00 - 21:00 Uhr)
-- zum Teil mit Medizinern / Kontaktlinsenspezialisten (wird vorab bekannt gegeben).

Dauerhafter Link zum KeraLens-"Online-Stammtisch": https://lecture.senfcall.de/ker-358-fzk-yqk
(Keine Anmeldung, kein Passwort notwendig - einfach per "Click" zur angegebenen Zeit teilnehmen)

Weitere Infos zu den Stammtischen unter: https://www.forum.keratokonus.de/viewforum.php?f=152
(Zusätzlich oder als Alternative zu den regionalen Treffen.)
Die KeraLens-Accounts der Keratokonus Selbsthilfegruppe auf Instagram und Facebook werden im Verlauf von 2026 gelöscht/deaktiviert.

Es werden neue Kanäle aufgebaut, wie z.B. auf Mastodon und Bluesky. Weitere werden folgen.

Weitere Information und Diskussion dazu bitte hier: https://forum.keratokonus.de/viewtopic.php?t=6501

Fragen zu Mini-ARK plus Vernetzung bei Lombardi

Annika
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Fragen zu Mini-ARK plus Vernetzung bei Lombardi

Post by Annika »

Hallo an alle Leidensgenossen!

Nach langer Ueberlegung habe ich mich fuer eine OP (mini-ARK plus Crosslinking, nennt sich - glaube ich - CLAS) bei Dr. Lombardi in Rom entschieden! Wir waren im Mai bei der Voruntersuchung und da hiess es, Dr. Lombardi koennte mich mit 90%-iger Wahrscheinlichkeit sowohl von meiner Kurzsichtigkeit, als auch von meinem Keratokonus befreien. Das klingt natuerlich sehr vielversprechend. Der OP-Termin ist Anfang Dezember - ich werde erst mal nur das linke, schlimmere Auge machen lassen, da mir beim Gedanken an zwei truebsichtige Augen gleichzeitig zu mulmig wird.

Eine Frage an euch alle: Ist hier im Forum jemand, der sich bei Keratokonus im Anfangsstadium operieren lassen hat? Ich habe den Eindruck, dass bei einem Grossteil der aktiven Forumsteilnehmer der Keratokonus schon viel weiter fortgeschritten ist als bei mir, und wuerde mich gerne mit jemandem austauschen, der aehnliche Ausgangsvoraussetzungen hatte wie ich. Waere schoen, wenn sich jemand meldet.

Wie lange musstet ihr nach der OP warten, bis euch eine neue Brille angepasst werden konnte? Ich weiss gar nicht, wie ich sehhilfe-technisch die Zeit zwischen der OP und dem Zeitpunkt, bis die Augen sich an ihre neue Form gewoehnt haben, ueberbruecken soll. Fuer Tipps waere ich sehr dankbar.

Wer hat Erfahrung mit OP an beiden Augen vs. OP in zwei Schritten. Ich bin irgendwie hin- und hergerissen, hat alles seine Vor- und Nachteile, mir macht es halt einfach Angst auf zwei Augen vernebelt zu sehen ...

Herzlichen Dank fuer eure Tipps und schoene Gruesse,
Annika
Martian
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Erkrankungsalter sehr wahrscheinlich so mit ca. 18, weil damals die Blendempfindlichkeit tagsüber zugenommen und die Detailzeichnung im Schatten bei Gegenlicht z.B. abgenommen hat
Experience with eyeglasses / lenses: Kontaktlinsenunverträglichkeit, vor der OP tägliche starke Kopfschmerzen mit Brille
Operationen: Mini-ARK + Vernetzung auf beiden Augen im Juni 2008
Visus ohne / mit Brille vorher: 0,05 / 0,5
Visus ohne / mit Brille nachher: 0,2 - 0,3 / 0,8 - 1,0
Erklärung für den vergleichsweise "schlechten" Visuswert ohne Brille nach der ARK:
Da ich zusätzlich zum KK noch kurzsichtig war, habe ich mit Dr. Lombardi eine Unterkorrektur vereinbart, weil bei mir die Presbyopie (Altersweitsichtigkeit) so weit nun auch nicht mehr entfernt ist und ich nicht jetzt bereits durch die OP in eine Weitsichtigkeit rutschen wollte.
Begeiterscheinungen: Allergien
Mögliche Ursachen: Definitiv Stress... in Verbindung mit genetischen und umweltbedingten Ursachen
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Re: Fragen zu Mini-ARK plusVernetzung bei Lombardi

Post by Martian »

Hallo Annika,
erst einmal Glückwunsch zu deiner Entscheidung!

Es ist gut, sich so früh wie möglich um eine Behandlungsmöglichkeit zu kümmern, weil die Aussichten in einem frühereren KK-Stadium gemeinhin rosiger sind als bei einem fortgeschrittenen KK. Beim Dottore bist du in guten Händen, er weiß, was er tut :::smile1, ich habe mich sofort gut aufgehoben gefühlt. Meine Antwort wird etwas länger, aber du hast gefragt ;-).
Annika wrote:... Dr. Lombardi koennte mich mit 90%-iger Wahrscheinlichkeit sowohl von meiner Kurzsichtigkeit, als auch von meinem Keratokonus befreien. Das klingt natuerlich sehr vielversprechend.
Das tut es in der Tat :::smile1. Unglaublich wichtig ist hierbei, dass du für dich eine klare Vorstellung von deinem Wunschziel weiterentwickelst und die mit Dr. Lombardi besprichst, damit du während der Heilungsphase so stabil wie möglich bist und dich bei Geduld und Energie strapazierenden Ereignissen wieder „einnorden“ kannst, denn das kann einen entscheidenden Unterschied machen.

Wenn Dr. Lombardi von "vom KK befreien" spricht, so tut er das verständlicherweise aus seiner Perspektive und meint damit, dass seine Methode durchaus dazu geeignet ist, die Auswirkungen des KK mehr oder weniger zu korrigieren und einer zukünftigen Verschlechterung des KK durch den Stabilisierungseffekt der Narben vorzubeugen.

Es kommt durch seine Methode ordentlich Bewegung in die Hornhaut, es ist jedoch unwahrscheinlich, dass du nachher mit oder ohne Brille wie ein Normalsichtiger siehst. Je nach Ausgangssituation wirst du weiterhin mit den KK-Symptomen zu tun haben, nur in hoffentlich schwächerer Ausprägung.

Sollte es bei dir anders sein, umso besser selbstverständlich, mir persönlich hat es sehr geholfen, mit einer realistischen Erwartungshaltung an die ganze Sache heranzugehen...
Annika wrote:Der OP-Termin ist Anfang Dezember - ich werde erst mal nur das linke, schlimmere Auge machen lassen, da mir beim Gedanken an zwei truebsichtige Augen gleichzeitig zu mulmig wird.
Deine Bedenken kann ich gut nachvollziehen. Vor derselben Entscheidung stand ich auch, und habe dann doch beide Augen an einem Termin operieren lassen, was nicht heißt, dass ich dir zu diesem Schritt rate, hier ist mein Bericht http://www.forum.keratokonus.de/viewtop ... 150&t=3371. Jeder KK und jeder Patient ist anders, so auch die Entscheidungen.

Insgesamt ist es wohl so, dass die Beschwerden nach der OP gleich sind, egal ob du ein oder zwei Augen behandeln lässt. Ganz wichtig ist bei der Entscheidung dieser Frage auch, wie stark kurzsichtig du bist, ob deine Augen schon jetzt unterschiedlich stark fehlsichtig sind, wie stark und ob du nach der OP auf einem Auge mit einem großen Dioptrienunterschied zwischen deinen beiden Augen klarkommen musst.

Da du nach der OP keine Kontaktlinsen tragen kannst, bist du ggf. auf eine Brille angewiesen, die bei unterschiedlichen Werten auf beiden Augen im Gegensatz zu einer Kontaktlinse unterschiedlich große Bilder entstehen lässt, die dein optischer Apparat und dein Hirn fusionieren müssen, es sei denn, du lässt ein Auge operieren und trägst auf dem anderen eine Kontaktlinse. Mit Brille kann das sehr anstrengend sein und deine Kompensationsmechanismen überfordern, auch wenn jeder ganz individuell reagiert. Lass dir diesen Sachverhalt noch einmal wie alles andere auch durch den Kopf gehen, sprich Dr. Lombardi darauf an und hole seine Meinung ein.
Annika wrote:Eine Frage an euch alle: Ist hier im Forum jemand, der sich bei Keratokonus im Anfangsstadium operieren lassen hat? Ich habe den Eindruck, dass bei einem Grossteil der aktiven Forumsteilnehmer der Keratokonus schon viel weiter fortgeschritten ist als bei mir, und wuerde mich gerne mit jemandem austauschen, der aehnliche Ausgangsvoraussetzungen hatte wie ich. Waere schoen, wenn sich jemand meldet.
Die Vergleichbarkeit der Erfolgsaussichten auf Basis der KK-Stadien ist sehr eingeschränkt, fürchte ich, dazu ist der KK einfach zu individuell in seiner Ausprägung.

Ich war mit gemittelten -4.0 Dioptrien Sphäre und einem mehr oder weniger eindeutig identifizierbaren Zylinder von -0.5 D auf beiden Augen kurzsichtig und hatte lt. Hornhautradien einen insgesamt eher weitsichtigen KK, der trotzdem in zentralen Bereichen meiner Hornhaut weitere Kurzsichtigkeit produziert hat. Gut, sollte man meinen, da kann doch der weitsichtige KK ein wenig von der Kurzsichtigkeit „ausgleichen“.

Leider weit gefehlt, die Korrektur für meine zentralen Hornhautbereiche mit stärkeren Minusgläsern hat zwar zu einer etwas besseren Sehschärfe geführt, nur konnte ich die unterschiedlichen Schärfeebenen, die unterschiedlichen Bildverzerrungen auf beiden Augen und das permanente Bündeln der zu hohen Minuskorrektur mit meinen Augenlinsen nicht verpacken und hatte über ein halbes Jahr lang jeden Tag starke Kopfschmerzen.

Mit einer einigermaßen verträglichen und etwas weniger Kopfschmerzen produzierenden Kompromissbrille hatte ich einen Visus von 0,5, für Bildschirmarbeit einigermaßen geeignet, zu allem anderen jedoch nicht. Ohne Brille mit einem Visus von 0,05 ging auch nicht wirklich etwas, Kontaktlinsen vertrage ich nicht, und hier hast du meinen Beweggrund für die Reise in die Ewige Stadt.

Jetzt habe ich ohne Brille einen Visus von 0,2 bis 0,3, je nach Tagesform, was ich im Gegensatz zu vorher als sehr segensreich empfinde, so geht auch zur Zeit mit der immer noch benötigten Sonnenbrille ohne optische Gläser doch schon wieder einiges :-). Ich habe meine Kurzsichtigkeit in Absprache mit Dr. Lombardi bewusst unterkorrigieren lassen, da es bei mir bis zur Altersweitsichtigkeit nicht mehr so lang ist und ich auf keinen Fall jetzt schon durch die OP in die Weitsichtigkeit rutschen wollte. Und der Dottore hat hier und in Bezug auf die Augensymmetrie eine Punktlandung hingelegt.

Du siehst, man kann KK mit KK nicht wirklich vergleichen, auch wenn die Stadien und Werte dies manchmal suggerieren. Nimm dir Zeit, bis Dezember ist es ja noch ein wenig hin, und entwickle eine klare Zielvorstellung für dich, die du dann mit Dr. Lombardi durchsprechen kannst, um möglichst nahe bei DEINER Wunschvorstellung zu landen, wie auch immer diese aussehen mag.
Annika wrote:...Wie lange musstet ihr nach der OP warten, bis euch eine neue Brille angepasst werden konnte? Ich weiss gar nicht, wie ich sehhilfe-technisch die Zeit zwischen der OP und dem Zeitpunkt, bis die Augen sich an ihre neue Form gewoehnt haben, ueberbruecken soll. Fuer Tipps waere ich sehr dankbar...
Theoretisch habe ich seit einiger Zeit relativ stabile Brillenwerte und habe mir eine günstige Übergangsbrille machen lassen. Die kann ich zur Zeit allerdings so gut wie gar nicht tragen, weil ich aufgrund der Lichtempfindlichkeit immer noch auf eine gute Sonnenbrille angewiesen bin, die mir bei schwankenden Brillenwerten mit optischen Gläsern zur Zeit einfach zu teuer ist und mein Hirn wohl eher noch mehr verwirren würde als alles andere. Die Zeit für ein Testfahren einer neuen Brille in Bezug auf Alltagstauglichkeit steht bei mir drei Monate nach der OP also noch an...

Du solltest dir auf jeden Fall einige Monate Zeit nehmen, wenn du es einrichten kannst, unabhängig davon, ob du ein oder zwei Augen operieren lässt, weil Schonung, Ruhe und Entspannung viel zum Heilungsverlauf beitragen und du mit großer Wahrscheinlichkeit ohnehin nicht wirklich gescheit wirst was tun können. Mindestens acht Wochen solltest du dir gönnen, das Ganze ist schon ein ziemlicher Eingriff, allerdings mit guten Erfolgsaussichten.

Hoffe, dass dir mein Roman weiterhilft,
Britta
Norbert S.
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Re: Fragen zu Mini-ARK plus Vernetzung bei Lombardi

Post by Norbert S. »

Hallo Annika,

hat zwar nichts mit Deinen Fragen zu tun, aber na ja...
Fliegst Du von Singapur aus hin? Fliegen ist in den meisten Fällen nach der OP kein Problem. Bei mir und irgendeinem anderen Patienten (weiß nicht mehr wer), hat das Fliegen ziemlich Probleme bereitet. Ich würde Dir also empfehlen, entweder etwas länger in Rom zu bleiben oder woanders Unterschlupf zu suchen.

Ansonsten ist es wie schon gesagt bei jedem irgendwie anders.

Gruß
Norbert
Annika
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Re: Fragen zu Mini-ARK plus Vernetzung bei Lombardi

Post by Annika »

Hallo Britta,

Vielen Dank, dass du dir so viel Zeit genommen hast, so ausführlich auf meine Fragen und Bedenken zu antworten. Das tut wirklich gut ...

Meine Kurzsichtigkeit betraegt seit ueber 20 Jahren - 4.5 bzw. - 5.0 Dioptrien, also beide Augen fast gleich, und weder die Kurzsichtigkeit noch der Keratokonus sind in den letzten Jahren schlechter geworden. Im Gegenteil - der Keratokonus hat sich laut Aussage von Dr. Lombardi verglichen mit den Messungen von Dr. Neuhann in München sogar leicht verbessert ...

Genau das hat es mir ja auch so schwer gemacht, überhaupt eine Entscheidung zu treffen. Momentan komme ich (noch?) wunderbar mit meinen harten Kontaktlinsen zurecht und merke eigentlich nur beim Blick auf meinen augenärztlichen Bericht, dass ich an Keratokonus leide. Das Einzige, das mir Probleme bereitet, ist die Angst vor einer Verschlechterung. Hätte ich jetzt schon einen schlechteren Status, wäre ich natürlich auch viel eher bereit, mich operieren zu lassen ... nach dem Motto, jetzt sehe ich schlecht, wenn's nicht hilft, sehe ich nach der OP immer noch schlecht ... Da ich aber mit Kontaktlinsen gut sehe, graust es mir noch vor den Einschränkungen (trübe Sicht, Lichtempfindlichkeit etc.) einer für mich erst mal prophylaktischen OP. Klar ist mir bewusst, dass der KK mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit schlechter wird, und jetzt der beste Zeitpunkt ist zu handeln.

Womit ich noch nicht ganz klar kommen, sind die Werte in meinem augenärztlichen Befund, den Dr. Lombardi mir zugeschickt hat. Vielleicht habt ihr da mehr Erfahrung als ich?

RA VN 1 / 10 RA VL -2.5 = - 3 (10°) 9 / 10
LA VN 7 / 10 LA VL = - 2 (170°) 9 / 10

Biometrie A-Scan:
RA AXL 23.8
LA AXL 23,6

RA TA 10 K1 43 K2 45 (10°)
LA TA 10 K1 44 K2 46 (170°)

Pachymetrie:
RA zentral 450 / peripher 710
LA zentral 450 / peripher 710

Könnt ihr mir helfen, diese Werte zu lesen?

Norbert, du hast erwähnt, dass das Fliegen bei dir und einem anderen Patienten Komplikationen bereitet hat. Welche Probleme gab es denn genau? Ja, wir werden von Singapur aus anreisen und nach der OP 3 - 4 Tage in Rom bleiben, dann zurück zu unseren Familien nach Deutschland. Knapp 14 Tage nach der OP ist die Rückreise nach Singapur geplant, wo ich noch einen guten Augenarzt zur Nachsorge auftun muss. Lombardi meinte, selbst ein paar Tage nach der OP sein ein Übersee-Flug kein Problem ... Meinst du, es wäre besser mehr Regenerationszeit in Deutschland einzukalkulieren. Ich hab in Singapur dann noch mal etwa 10 Tage Zeit, bevor die Arbeit wieder los geht, als knapp 4 Wochen zur Erholung zwischen OP und Arbeitsbeginn ...

Danke nochmals für eure Tipps, bin über jede Hilfe dankbar.
Schöne Grüsse aus dem dauerheissen Singapur!
Annika
Norbert S.
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Re: Fragen zu Mini-ARK plus Vernetzung bei Lombardi

Post by Norbert S. »

Hallo Annika,

die Beschwerden beim Fliegen scheinen ja auch eine Ausnahme zu sein. Aber ich war so was von heilfroh, als ich nach über einer Stunde aus dem Flugzeug heraus durfte.
Das Auge schwoll an, wurde feuerrot, tränte komplett am Stück und tat höllisch weh. Ich weiß nicht, ob es an der Klimaanlage liegt, am Luftdruck oder sonst was.
Ich habe auch schon von Transatlantik-Reisenden nach der OP gehört, die keine Probleme hatten.

14 Tage nach der OP sollte es aber überhaupt keine Probleme mehr geben, wenn alles glatt läuft.

Gruß
Norbert
Martian
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Keratoconus since: Diagnosealter 37, ein halbes Jahr bis zur "offiziellen" Diagnose,
Erkrankungsalter sehr wahrscheinlich so mit ca. 18, weil damals die Blendempfindlichkeit tagsüber zugenommen und die Detailzeichnung im Schatten bei Gegenlicht z.B. abgenommen hat
Experience with eyeglasses / lenses: Kontaktlinsenunverträglichkeit, vor der OP tägliche starke Kopfschmerzen mit Brille
Operationen: Mini-ARK + Vernetzung auf beiden Augen im Juni 2008
Visus ohne / mit Brille vorher: 0,05 / 0,5
Visus ohne / mit Brille nachher: 0,2 - 0,3 / 0,8 - 1,0
Erklärung für den vergleichsweise "schlechten" Visuswert ohne Brille nach der ARK:
Da ich zusätzlich zum KK noch kurzsichtig war, habe ich mit Dr. Lombardi eine Unterkorrektur vereinbart, weil bei mir die Presbyopie (Altersweitsichtigkeit) so weit nun auch nicht mehr entfernt ist und ich nicht jetzt bereits durch die OP in eine Weitsichtigkeit rutschen wollte.
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Re: Fragen zu Mini-ARK plus Vernetzung bei Lombardi

Post by Martian »

Hallo Annika,

es freut mich, dass ich dir weiterhelfen konnte :).
Annika wrote:...Momentan komme ich (noch?) wunderbar mit meinen harten Kontaktlinsen zurecht und merke eigentlich nur beim Blick auf meinen augenärztlichen Bericht, dass ich an Keratokonus leide. Das Einzige, das mir Probleme bereitet, ist die Angst vor einer Verschlechterung. Hätte ich jetzt schon einen schlechteren Status, wäre ich natürlich auch viel eher bereit, mich operieren zu lassen ... nach dem Motto, jetzt sehe ich schlecht, wenn's nicht hilft, sehe ich nach der OP immer noch schlecht ... Da ich aber mit Kontaktlinsen gut sehe, graust es mir noch vor den Einschränkungen (trübe Sicht, Lichtempfindlichkeit etc.) einer für mich erst mal prophylaktischen OP. Klar ist mir bewusst, dass der KK mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit schlechter wird, und jetzt der beste Zeitpunkt ist zu handeln.
Weißt du, wie dein Visus mit Brille im Vergleich zu Kontaktlinsen ist? Wenn hier ein großer Unterschied besteht, hilft dir vielleicht dein Visus mit Brille weiter, hier eine Entscheidung zu treffen, wenn du ohnehin bereits die langfristige Perspektive im Auge hast und dir Sorgen um eine Verschlechterung des KK und eine mögliche kurz- und langfristige Kontaktlinsenunverträglichkeit machst.

Was die Frage "Ein oder zwei Augen?" angeht, so hat mir der Rat meiner Begleitung sehr weitergeholfen, die bei allen Untersuchungen dabei war und mir entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit und Veranlagung dazu riet, beide Augen operieren zu lassen. Wenn du deine Begleitung ähnlich gut einschätzen kannst, was Sicherheitbedürfnis etc. angeht, so hättest du zusätzlich zu deiner Meinung auch die eines weniger moment-hitzköpfigen Begleiters.

Lombardis Methode verbessert gemeinhin gerade den Visus ohne und mit Brille und ist darauf ausgerichtet, zumindestens Kontaktlinsenfreiheit zu erlangen. Angesichts deiner Werte vermute ich, dass das auch gelingen wird, womit ich mich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit in mehrfacher Hinsicht zu weit aus dem Fenster lehne. Also, besprich auch diesen Punkt auf jeden Fall mit dem Dottore...
Annika wrote:...Womit ich noch nicht ganz klar kommen, sind die Werte in meinem augenärztlichen Befund, den Dr. Lombardi mir zugeschickt hat. Vielleicht habt ihr da mehr Erfahrung als ich?
Bei einigen Werten muss ich passen, die mir bekannten Werte drösele ich auf, vielleicht fällt ja anderen zum Rest etwas ein. Das Ganze scheint mir auch eine etwas wilde Mischung aus deutschen und italienischen Abkürzungen zu sein... wie auch immer, here goes...
Annika wrote: RA VN 1 / 10 RA VL -2.5 = - 3 (10°) 9 / 10
LA VN 7 / 10 LA VL = - 2 (170°) 9 / 10

Biometrie A-Scan:
RA AXL 23.8
LA AXL 23,6
RA, LA: rechtes bzw. linkes Auge
VN: Visus naturale, d.h. Visus ohne Korrektur 0,1 bzw. 0,7
VL: Visus ?, aber auf jeden Fall mit Korrektur beide Augen 0,9 mit den Brillen?werten Sphäre (bei dir Kurzsichtigkeit) -2,5 bzw. plano oder 0; Zylinderwert für die Hornhautverkrümmung von -3,0 mit einer Achse von 10 Grad bzw. -2,0 mit einer Achse von 170 Grad.

Die Biometrie A-Scan-Werte beziehen sich auf die Augapfellänge und werden in Millimetern angegeben. Frauen haben tendenziell kleinere und damit auch kürzere Augen; deine Werte lassen darauf schließen, dass deine Kurzsichtigkeit zum Großteil durch den KK bedingt ist, weil die Längen so ziemlich im oberen Durchschnitt liegen.
Annika wrote: RA TA 10 K1 43 K2 45 (10°)
LA TA 10 K1 44 K2 46 (170°)

Pachymetrie:
RA zentral 450 / peripher 710
LA zentral 450 / peripher 710
Bei den ersten beiden Reihen bin ich mir nicht mehr ganz sicher, was die Werte bedeuten, ich meine jedoch dass es sich um die Brechkraft in Dioptrien (43 bis 46) in zwei unterschiedlichen Hornhautradien (K1 und K2) mit den aus den Visusangaben bekannten Achslagen handelt. Eine normale Hornhaut hat zentral so um die 43 Dioptrien, mehr oder weniger alles darüber oder darunter ist "pathologisch". Kommt hier auch auf das Messgerät und -verfahren an, denke aber, dass die Angabe in diesem Zusammenhang passt und ausreicht.

Pachymetrie ist die Hornhautdickenmessung, die Dicke wird in Mikrometern (1/1000 mm) angegeben. Deine peripheren Werte sind okay, zentral hast du eine Verdünnung um etwa 100.

Was das Fliegen angeht, so hatte ich keine Probleme mit der Fliegerei an sich sondern mit den Klimaanlagen im Flugzeug, Flughafen, Leonardo-Express zum Flughafen... diese Sache ist wirklich für jeden anders. So wie Norbert denke ich auch, dass mit sehr großer Wahrscheinlichkeit 14 Tage nach der OP ein Langstreckenflug problemlos möglich sein müsste.

Gut ist auch, dass du nicht alleine nach Rom fährst. Und für den Fall, dass du dich für die OP entscheidest: Lass dir nach der OP von der Praxis auf jeden Fall mindestens zwei "Einmal-Fläschchen" mit Lokalanästhetikum für die ersten beiden Nächte mitgeben.
Annika wrote:Schöne Grüsse aus dem dauerheissen Singapur!
Viele Grüße zurück und lass bei weiteren Fragen und/oder getroffenen Entscheidungen wieder was von dir hören,

Britta
Michael Bärtschi
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KC-Experience: Optometrist (M.S.Optom)
Kontaktlinsenspezialist
Entwickler von Kontaktlinsen
Forscher
Wissenschaftler
Medizin Dozent (M.Med.Educ.)

Re: Fragen zu Mini-ARK plus Vernetzung bei Lombardi

Post by Michael Bärtschi »

Liebe Annika,

Mein Name ist Michael Bärtschi und ich bin Optometrist und Medizin Dozent aus der Schweiz. Ich befasse mich nun seit 20 Jahren hauptberuflich mit erkrankten Augen. Unter anderem sehr intensiv mit Keratokonus. Ich unterrichte seit 17 Jahren Augenoptiker, Optometristen, Augenärzte und Betroffene weltweit zu diesem Thema. Unter anderem Ende dieser Woche 55 erfahrene Optometristen in Johannesburg/Südafrika.

Ich würde Dir gerne auf Deine Angaben direkt und sachlich neutral antworten:
Meine Kurzsichtigkeit betraegt seit ueber 20 Jahren - 4.5 bzw. - 5.0 Dioptrien, also beide Augen fast gleich, und weder die Kurzsichtigkeit noch der Keratokonus sind in den letzten Jahren schlechter geworden. Im Gegenteil - der Keratokonus hat sich laut Aussage von Dr. Lombardi verglichen mit den Messungen von Dr. Neuhann in München sogar leicht verbessert ...
Dies ist enorm wichtig. Dein Zustand des Keratokonus hat sich entgültig stabilisiert. Es ist extrem unwahrscheinlich dass sich dies überhaupt noch ändern wird. Eigentlich eine sehr erfreulich Tatsache. Dies solltest Du nicht aufs Spiel setzten.
Momentan komme ich (noch?) wunderbar mit meinen harten Kontaktlinsen zurecht und merke eigentlich nur beim Blick auf meinen augenärztlichen Bericht, dass ich an Keratokonus leide.
Aus all Deinen Zitaten und medizinischen Daten entnehme ich, dass Du vermutlich nur ein geringgradiger Keratokonus aufweist und mit Deinen Kontaktlinsen mit Sicherheit eine aktuell sehr gute, stabile und meist blend- und streuungsfreie Sicht hast. Dies wird sich bei einer weiterhin guten Betreuung auch in Zukunft nicht ändern.
Das Einzige, das mir Probleme bereitet, ist die Angst vor einer Verschlechterung.
Diese Angst erscheint mir aus den oben genannten Gründen unbegründet.
Da ich aber mit Kontaktlinsen gut sehe, graust es mir noch vor den Einschränkungen (trübe Sicht, Lichtempfindlichkeit etc.) einer für mich erst mal prophylaktischen OP.
Absolut richtig ! Die Lombardi Methode setzt eine Vielzahl von tiefen radiären Narben welche zwar eine Versteifung des behandelten Gewebes bewirken, doch sind zwei Tatsachen unbedingt zu beachten:
1) Diese Narben werden ein Leben lang konstante Schrumpfungen und Zerrungen am behandelten Gewebe verursachen. Dies wird ja auch durch die Aussagen eines anderen Forums Teilnehmers bestätigt. Eine dauerhafte Stabilisierung konnte ich bisher bei keinem der Keratotomie Patienten je feststellen. Im Gegenteil beginnt die Hornhaut nach ein paar Jahren sich unkontrollierbar zu verhalten. Ein echt deprimierender Zustand.
2) Die Schnitte/Narben werden ausgerechnet dort gesetzt wo die Hornhaut als einziges NICHT erkrankt ist. In der Peripherie. Dies ist beim Keratokonus die einzige Stelle welche niemandem Sorgen macht. Ausgerechnet dort die Hornhaut instabil (siehe 1) zu machen ist nicht besonders sinnvoll. Sie erschwert zudem eine mögliche Hornhauttransplantation gerade wegen der Vernarbungen.
Klar ist mir bewusst, dass der KK mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit schlechter wird, und jetzt der beste Zeitpunkt ist zu handeln.
In Deinem, glücklichen Fall (Stabilität seit Jahren) eben gerade nicht.
RA VN 1 / 10 RA VL -2.5 = - 3 (10°) 9 / 10
LA VN 7 / 10 LA VL = - 2 (170°) 9 / 10
Rechtes Auge (RA) Kurzsichtigkeit mit mittlerer Hornhautverkrümmung in fast perfekt regulärer Achse (10°) bei hervorragender Sehschärfe von 90% (9/10)
Linkes Auge (LA) Normalsichtigkeit mit mittlerer Hornhautverkrümmung in fast perfekt regulärer Achse (170°) bei hervorragender Sehschärfe von 90% (9/10)
Biometrie A-Scan:
RA AXL 23.8
LA AXL 23,6
Augenlänge 23.8mm resp. 23.6mm. Fast perfekt Normwerte.
RA TA 10 K1 43 K2 45 (10°)
LA TA 10 K1 44 K2 46 (170°)
Wölbung der Hornhaut in Dioptrien. Fast Normwerte ! Das heisst Deine Augen haben effektiv nur sehr geringfügigen KK.
Pachymetrie:
RA zentral 450 / peripher 710
LA zentral 450 / peripher 710
Hornhautdicke in mikrom. Kann man auch als 0,450mm ausdrücken. Eine perfekte normale Hornhaut hat eine Dicke von 480 bis 580 mikrom. 450 gilt als fast unverändert stabil. Damit kannst Du 100 jährig werden. :D
Norbert, du hast erwähnt, dass das Fliegen bei dir und einem anderen Patienten Komplikationen bereitet hat.
Du hast die Antwort von Norbert gelesen. Ich würde diese Beschreibungen sehr ernst nehmen !

Heutzutage gibt es deutlich vernünftigere Methoden die Hornhaut zu stabilisieren (siehe X-linking mittels UV / flächige Vernetzung), welche einerseits effektive Stabilität erzeugen, diese dort erzeugen wo die Erkrankung effektiv vorhanden ist (zentral) und zudem KEINERLEI massive Blendempfindlichkeit tagsüber und Streulicht nachts verursachen (wiederum Aussagen von Keratotomie Betroffenen) !!

Annika, Du hast bisher riesiges Glück gehabt mit Deiner nur geringfügigen Erkrankung. Dies nun aufs Spiel zu setzten erscheint mir sehr überdenkenswert.
Ich wünsche Dir weiterhin viel Glück und entsprechende "Weitsicht"
Michael