Termine für den KeraLens-"Online-Stammtisch" der Keratokonus Selbsthilfegruppe:

2026: 11. Feb. - 8. Apr. - 10. Jun. - 12. Aug. - 14. Okt. - 9. Dez. 2026 (19:00 - 21:00 Uhr)
-- zum Teil mit Medizinern / Kontaktlinsenspezialisten (wird vorab bekannt gegeben).

Dauerhafter Link zum KeraLens-"Online-Stammtisch": https://lecture.senfcall.de/ker-358-fzk-yqk
(Keine Anmeldung, kein Passwort notwendig - einfach per "Click" zur angegebenen Zeit teilnehmen)

Weitere Infos zu den Stammtischen unter: https://www.forum.keratokonus.de/viewforum.php?f=152
(Zusätzlich oder als Alternative zu den regionalen Treffen.)
Die KeraLens-Accounts der Keratokonus Selbsthilfegruppe auf Instagram und Facebook werden im Verlauf von 2026 gelöscht/deaktiviert.

Es werden neue Kanäle aufgebaut, wie z.B. auf Mastodon und Bluesky. Weitere werden folgen.

Weitere Information und Diskussion dazu bitte hier: https://forum.keratokonus.de/viewtopic.php?t=6501

Martian, ARK + Vernetzung, Rom - Juni 2008

Martian
-
Posts: 144
Joined: 2008-01-10, 09:01
KC-Experience: Lange Geschichte...
Keratoconus since: Diagnosealter 37, ein halbes Jahr bis zur "offiziellen" Diagnose,
Erkrankungsalter sehr wahrscheinlich so mit ca. 18, weil damals die Blendempfindlichkeit tagsüber zugenommen und die Detailzeichnung im Schatten bei Gegenlicht z.B. abgenommen hat
Experience with eyeglasses / lenses: Kontaktlinsenunverträglichkeit, vor der OP tägliche starke Kopfschmerzen mit Brille
Operationen: Mini-ARK + Vernetzung auf beiden Augen im Juni 2008
Visus ohne / mit Brille vorher: 0,05 / 0,5
Visus ohne / mit Brille nachher: 0,2 - 0,3 / 0,8 - 1,0
Erklärung für den vergleichsweise "schlechten" Visuswert ohne Brille nach der ARK:
Da ich zusätzlich zum KK noch kurzsichtig war, habe ich mit Dr. Lombardi eine Unterkorrektur vereinbart, weil bei mir die Presbyopie (Altersweitsichtigkeit) so weit nun auch nicht mehr entfernt ist und ich nicht jetzt bereits durch die OP in eine Weitsichtigkeit rutschen wollte.
Begeiterscheinungen: Allergien
Mögliche Ursachen: Definitiv Stress... in Verbindung mit genetischen und umweltbedingten Ursachen
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Martian, ARK + Vernetzung, Rom - Juni 2008

Post by Martian »

Zunächst einmal vielen Dank an euch alle, ihr habt mir mit euren Beiträgen sehr geholfen, meinen Weg durch den KK-Dschungel zu finden. Wenn es dieses Forum nicht gäbe, hätte ich sehr wahrscheinlich, wenn überhaupt, nur durch einen absoluten Zufall von Dr. Lombardi und seiner OP-Methode erfahren...

Bevor ich zum OP-Bericht komme, hier meine kurze, persönliche „Sehgeschichte“: Seit Ewigkeiten trage ich wegen „normaler“ Kurzsichtigkeit eine Brille. Ohne Brille habe ich einen Visus von ca. 0,05 gehabt, mit immer Adleraugen, Visus 1,6.

Im letzten Spätsommer haben meine Sehprobleme dann angefangen... um es kurz zu machen: Nach über einem halben Jahr mit täglichen starken Kopfschmerzen, diversen Fachärzten (wegen der Kopfschmerzen), vier Augenärzten und zwei Uni-Kliniken hatte ich dann auch von augenärztlicher Seite die Diagnose „Keratokonus“ auf beiden Augen mit der Empfehlung, mir doch harte Kontaktlinsen anpassen zu lassen. Wie hat Dom es so schön ausgedrückt: „Eigentlich der klassische Diagnoseweg“. Über die Jahre habe ich diverse Kontaktlinsen unterschiedlicher Bauart mit viel Enthusiasmus auch für längere Zeit ausprobiert, habe jedoch keine Linsenart vertragen. Kontaktlinsen waren also keine Option für mich.

Mit einer einigermaßen verträglichen Kompromiss-Brille hatte ich nun einen Visus von 0,5. Also erst einmal Essig mit Autofahren und und und, aber wem erzähle ich das :-). Vor allem beim Arbeiten vor dem Bildschirm und bei allen sogenannten Naharbeiten hatte ich nach wie vor erhebliche Sehprobleme und starke Kopfschmerzen.

Da sich der Großteil meiner Sehverschlechterung relativ schnell im letzten Jahr eingestellt hat, habe ich angefangen, mich eingehend über Behandlungsmethoden zu informieren. Mein hehres Ziel war, meine Sehkraft mit Brille wieder deutlich zu verbessern und einer weiteren Verschlechterung ein Stoppschild vorzusetzen, bei KK ja eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit.

Durch eine Vernetzung allein den aktuellen Zustand einzufrieren kam für mich nicht in Frage, und für alle anderen Behandlungsmethoden kam mein Keratokonus nicht in Frage. So habe ich mich nach Rom aufgemacht, um Dr. Lombardi kennenzulernen und mir ein persönliches Bild zu machen.

Eigentlich hatte ich vor, bei einem positiven Eindruck zunächst einmal nur mein schlechteres Auge operieren zu lassen, auch wenn ich dann bis zur OP am zweiten Auge mit einem großen Dioptrienunterschied würde klarkommen müssen. Im Wartezimmer bin ich mit einer anderen deutschen Patientin ins Gespräch gekommen, die mir aus ihrer Erfahrung heraus empfahl, doch gleich beide Augen operieren zu lassen, dann „hätte ich das G’schiss nur einmal“.

Nach der ausführlichsten Augenuntersuchung bei „einem“ Augenarzt überhaupt, habe ich auch mit Dr. Lombardi über meine Bedenken bzgl. des zu erwartenden Dioptrienunterschieds gesprochen. Er riet mir, beide Augen an einem Tag operieren zu lassen, weil dann alle Umgebungsvariablen so ähnlich seien wie sie nur sein können, um zu einem möglichst augensymmetrischen Ergebnis zu kommen, aber ich könne mir das bis zur OP ja noch überlegen.

Na ja, was soll ich sagen, am nächsten Tag habe ich mir dann beide Augen mini-arken und vernetzen lassen. Zu Beginn der OP war ich ziemlich nervös und angespannt, so dass mir dann eine stabilisierende Halskrause verpasst wurde. Damit ging es um Längen besser, ich konnte mein Kinn auflegen und meinen Kopf verankern, so dass ich mich während der OP immer besser in die Situation „hineinentspannen“ konnte. Dass ich innerhalb der OP-Pausen ohne Brille fast schon so gut sehen konnte wie vorher mit, hat zusätzlich zur Entspannung und ruhigem Atem beigetragen, und nach eineinhalb Stunden war die Sache dann zunächst einmal gegessen...

Die ersten beiden Nächte waren hochgradig unangenehm, ein Gefühl, als hätte mir jemand tonnenweise Sand in die Augen gestreut, Augen auf war übel, Augen zu ebenso bescheiden. Die lokalanästhetischen Tropfen haben mich einigermaßen durch die ersten 48 Stunden gebracht, andere Schmerzmittel haben nichts gebracht. Zwei Tage später war ich dann noch einmal zur Nachkontrolle bei Dr. Lombardi, alles wunderbar, wenig Fibrinfäden und vor allem keine Entzündung.

Die Klimaanlagen im Leonardo-Express zum Flughafen und im Flugzeug waren die Hölle, die Lichtempfindlichkeit ließ sich mit Kappe und Sonnenbrille einigermaßen aushalten. Das Sandgefühl in den Augen ist in den ersten beiden Wochen komplett verschwunden, und der Vernetzungsnebel lichtet sich zusehends.

Jetzt, zwei Monate nach der OP, trage ich zwar immer noch die moderne Version des Garbo-Looks, Kappe und Sonnenbrille, auch im Haus; obwohl die Lichtempfindlichkeit sehr langsam immer mehr nachlässt, ist weitere Geduld angesagt. Dr. Lombardi hatte angekündigt, dass die Lichtempfindlichkeit bis zu mehreren Monaten anhalten kann, so dass meine Photophobie für mich nicht wirklich überraschend ist.

Beim Sehtest mit Phoropter-Brille bin ich beim letzten Mal mit einem Auge bei 120% gelandet, mal schauen, wie sich das Ganze dann unter tagtäglichen Sehbedingungen darstellt. Trotz der Tatsache, dass die Geschichte meine Geduld arg strapaziert und ich noch nicht arbeiten kann, kriege ich das dämlich-glückliche Grinsen aus meinem Gesicht nicht weg. Wenn sich meine Hornhäute in einigen Monaten eingependelt haben, gehe ich auch einmal los und gucke, ob und was sich mit iScription bei mir sehkomforttechnisch im Gegensatz zu einer konventionellen Brille reißen lässt...

So, das war's erst einmal,
gute Sicht, Britta
jumbo
-
Posts: 38
Joined: 2008-02-19, 16:33
KC-Experience: Keine guten ich war vor der Op ohne Brille oder Kontaktlinsen so
gut wie Blind.
Keratoconus since: 2004 Diagnose KK hatte ihn aber bestimmt schon 2001 oder 2002
Experience with eyeglasses / lenses: Vor der Op-
Mit Brille ziemlich beschränktes sehen, mit Kontaktlinsen ist das Sehen ganz annehmbar aber seit einer Entzündung im linken Auge, ist das tragen nicht lange möglich und außerdem finde ich das Kontaktlinsen bei so einer Krankheit eine zusätzliche Belastung sind, die den Keratokonus nur fördert.
Nach der Op-
Hab die Kontaktlinsen weggeschmissen, ein schönes Gefühl sag ich euch.
Momentane Sicht mit Brille 80 % je Auge.
Operationen: mini - Ark & anschließende Vernetzung
Momentane Sicht - 50 % beidseitig ohne Brille
Mögliche Ursachen: Augenreiben,Kontaktlinsen,Gewebeschwäche (Genetische ?????)

Re: Harte Kontaktlinsen oder Lombardi? Lombardi!

Post by jumbo »

Hallo Britta,

es freut mich sehr das du dir die Zeit genommen hast einen Bericht zu schreiben,
Vor allem freut es mich, das es dir so gut geht und das du die OP gut überstanden hast.
Weiterhin gute Besserung und alles gute. :::thumb


Gruß
Jumbo
Alle Menschen sind klug; die einen vorher, die anderen nachher
Dom
-
Posts: 673
Joined: 2005-01-19, 12:33
KC-Experience: Der tägliche Kampf um das beste Sehen ist anstrengend, aber lohnt sich; vor allem wenn Augenarzt und Optiker Hand in Hand arbeiten und man selbst bereit ist, auch mal als Testperson herzuhalten. Ich habe meine Krankheit akzeptiert und gehe daher recht unkompliziert mit meiner "Sehbehinderung" um. Das hilft mir, den psychischen Druck abzubauen und mich auf das Wesentliche zu konzentrieren: das schöne Leben!
Keratoconus since: Irregulärer Astigmatismus und Keratokonus diagnostiziert beidseitig seit 07/1998, vorher als "einfache" Kurzsichtigkeit behandelt (Brille, seit 1985).
Eine kleine Historie meines Keratokonus (absteigend mit kurze Werte-Übersicht):
2013: CCL an der Augenklinik BelleVue, Kiel. Ergebnis noch offen.
2012: hingegen aller ärzlicher Meinung (UKE Augemnklinik, generelle Lehrmeinung):ab Ende 30 bewegt sich am KK nichts mehr, kräftiger Schub links mit Hornhautausdünnung auf die kritische Grenze von 400µ, subjektiver visus links (sc) 0,05
2008-2012: ruhige und tatsächlich progressionslose Zeit, visus stabil zwischen 0,8 bis 1,1 mit beiden Augen (cc)
2008: Visus mit Linsen linkes Auge zwischen 1,1 (morgens) und 0,8 (abends), rechtes Auge 1,3 (morgens) und 0,9 (abends) bei durchschnittlicher Tragezeit von 14 Std.
2007: Excimer-Laser-OP mit dem Femtosekunden-Laser linkes Auge
2006: starker Verlust der Sehkraft links auf -6,50
2005: Werte vom Doc und Optiker links: sphär. +1,25, Zyl. -2,50, Achse 98°, rechts: sphär. +0,00, Zyl. -2,50, Achse 72° visus r/l sc unter 0,25 cc annähernd 1,0 (morgens, abends 0,6 ++ 2004 Werte vom Doc und Optiker
links: sphär. +0,50, Zyl. -0,75, Achse 60°, rechts: sphär. +0,00, Zyl. -0,75, Achse 130° visus r/l sc unter 0,3 cc annähernd 1,2
2001: Werte Uniklinik Kiel (14/05/01) visus rechts sc = 0,8 cc = 0,63, visus links sc = 0,4 cc = 0,8, tensio 16mm HG, Befund: eindeutiger Keratokonus beidseitig.
Experience with eyeglasses / lenses: Korrektur beidseitig durch Kontaktlinsen, formstabil, gasdurchlässig, seit 1998.
Benutzte Benetzungsflüssigkeit: Oculotect fluid sine; Urteil: brauchbar, etwas "klebrig" und Hylo-Comod ohne Konservierungsmittel. Benutzte Reinigungs-/Aufbewahrungsflüssigkeit:
Lenscare Desinfektions- und Aufbewahrungslösung für harte, gasdurchlässige Kontaktlinsen, Lenscare Hartlinsenreiniger für harte, gasdurchlässige Kontaktlinsen, AMO Total Care Proteinentfernungstabletten (1x wöchentlich).
Operationen: 2007 Excimer-Laser-OP mit dem Femtosekunden-Laser linkes Auge, Dr Opel, Hamburg. Durch die OP-Methode ist die Hornhaut "geliftet"/gestrafft worden und wieder in eine Kuppelform überführt worden
2013 CCL linkes Auge, da die Hornhaut an der magischen 400µ-Grenze schrammt, Dr Holland, Augenklinik BelleVue, Kiel
Begeiterscheinungen: dauerhafte halos und ghosts selbst mit Kontaktlinsen (dann aber deutlich weniger), Mehrfachbilder und Verwischungen machen das tägliche Arbeiten am PC anstrengend. Ständig dunkle Ränder unter den Augen. Kalte und trockene Luft tut meinen Augen merkwürdigerweise am besten. Große Probleme bei klimatisierten Räumen und Fussbodenheizung. Helles Licht, starke Sonneneinstrahlung sind ebenfalls unangenehm.
Mögliche Ursachen: ... wenn ich das wüßte, könnte ich an den Ursachen arbeiten und müßte nicht mit Ärzten und Optikern an den Symptomen herumlaborieren.

Re: Martian, ARK + Vernetzung, Rom - Juni 2008

Post by Dom »

Hallo Britta!

Toller Bericht. So soll es sein. Nur nicht den Kopf in den Sand stecken, oder sich Sand in die Augen streuen lassen! *GG* Wichtig ist, wie Du ja auch selbst deutlich gemacht hast, zu wissen, was man selber möchte und was dann auch technisch machbar ist.!

CU Dom
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------ Der mit dem Knick in der Linse -----
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Martian
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Erkrankungsalter sehr wahrscheinlich so mit ca. 18, weil damals die Blendempfindlichkeit tagsüber zugenommen und die Detailzeichnung im Schatten bei Gegenlicht z.B. abgenommen hat
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Visus ohne / mit Brille vorher: 0,05 / 0,5
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Erklärung für den vergleichsweise "schlechten" Visuswert ohne Brille nach der ARK:
Da ich zusätzlich zum KK noch kurzsichtig war, habe ich mit Dr. Lombardi eine Unterkorrektur vereinbart, weil bei mir die Presbyopie (Altersweitsichtigkeit) so weit nun auch nicht mehr entfernt ist und ich nicht jetzt bereits durch die OP in eine Weitsichtigkeit rutschen wollte.
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Re: Martian, ARK + Vernetzung, Rom - Juni 2008

Post by Martian »

Danke, jumbo & Dom :-)! Ja, ich habe mich bemüht, meinen Weg und die Beweggründe dafür so unaufgeregt wie möglich darzustellen. Das geht jetzt, nachdem ich aus dem Zukunfts- und Existenzangstzirkel seit einigen Monaten wieder raus bin und ich die OP gut hinter mich gebracht habe.

Inzwischen sehe ich die positiven Aspekte der ganzen Geschichte: Das letzte Dreivierteljahr hat mich tatsächlich emotional stabiler gemacht. Nicht, dass ich die Erfahrung, dass die Brille bei meiner Kontaktlinsenunverträglichkeit für gutes Sehen nicht mehr ausreicht, wirklich gebraucht hätte, ich denke jedoch, dass ich mit ähnlichen Situationen in Zukunft besser umgehen kann als vorher.

Und KK ist von den zur Verfügung stehenden Augenkrankheiten wirklich immer noch das geringste Übel, weil man mit Behandlungen und / oder Kontaktlinsen in den meisten Fällen wieder einigermaßen vernünftig bis gut sehen kann. Was nicht heißen soll, dass die Nummer ein Spaziergang ist.

Von meinem Adleraugentum habe ich mich in den vergangenen Monaten erfolgreich verabschiedet ... dass ich z.B. nicht mehr diejenige bin, die bei uns beurteilen kann, ob etwas tatsächlich gerade hängt / ist, es gibt weitaus Wilderes. Und aufm Bahnsteig gehe ich dann halt im Gegensatz zu früher die paar extra Meter, um lesen zu können, welcher Zug als nächstes einläuft. Außerdem bin ich froh, dass schon jetzt die Treppenstufen in meinem linken Gesichtsfeld wieder halbwegs da sind, wo sie sein sollen und ich nicht mehr umknicke...

Wenn ich mit normaler oder wellengefronteter Brille im tagtäglichen Sehbetrieb wieder auf 80 bis 100% komme, und das vor allem kopfschmerzfrei, bin ich super zufrieden, kann mein Leben wieder genießen und Geld verdienen. Am genialsten finde ich, dass ich meine gestärkten Hornhäute jetzt den Weichmachern einer Schwangerschaft aussetzen kann, ohne mir Sorgen über eine weitere Verschlechterung meiner Sehkraft und meine Arbeitsfähigkeit machen zu müssen. Und wenn das nichts ist, dann fress ich den sprichwörtlichen Besen...

Viele Grüße
Britta
Martian
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Erkrankungsalter sehr wahrscheinlich so mit ca. 18, weil damals die Blendempfindlichkeit tagsüber zugenommen und die Detailzeichnung im Schatten bei Gegenlicht z.B. abgenommen hat
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Visus ohne / mit Brille vorher: 0,05 / 0,5
Visus ohne / mit Brille nachher: 0,2 - 0,3 / 0,8 - 1,0
Erklärung für den vergleichsweise "schlechten" Visuswert ohne Brille nach der ARK:
Da ich zusätzlich zum KK noch kurzsichtig war, habe ich mit Dr. Lombardi eine Unterkorrektur vereinbart, weil bei mir die Presbyopie (Altersweitsichtigkeit) so weit nun auch nicht mehr entfernt ist und ich nicht jetzt bereits durch die OP in eine Weitsichtigkeit rutschen wollte.
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Aktueller Stand Oktober 2008

Post by Martian »

Zeit für ein Update...

Am 22. September war ich wieder in Rom bei Dr. Lombardi zur ersten OP-Nachkontrolle. Manuell-chirurgisch ist die Behandlung sehr gut gelaufen und jetzt erst einmal "ausgereizt", was mich sehr gefreut hat und ich auch bereits vermutet hatte, das noch einmal von Expertenseite zu hören, hat mich allerdings einmal mehr beruhigt.

Deshalb konnten wir uns diesmal in Rom das ganze Touri-Programm geben mit all dem alten Kram, der an jeder Ecke herumsteht, köstliches Essen und blumige Weine und überhaupt das Leben genießen. Es ist schon irre, wie sehr man sich an einen schlechten Visus gewöhnen kann, ich hatte bei all den Besichtigungen nicht das Gefühl, irgendetwas Entscheidendes zu verpassen, obwohl ich in Rom wegen der Sonne ohne optische Gläser dafür aber mit Digitalkamera herumgelaufen bin und so wohl etwas geschummelt und mir das scharfe Sehen z.T. über Umwege besorgt habe...

Meine Lichtempfindlichkeit ist inzwischen auf das Niveau vor der OP zurückgekehrt; zu sehr sonnigen Zeiten oder an leicht bewölkten Tagen mit diffusem Streulicht brauche ich die Sonnenbrille zwar immer noch, aber nicht mehr im Haus; nun kann ich endlich eine richtige Testphase für den besten Kompromiss zwischen Verträglichkeit und Visus für eine Brillenkorrektur beginnen.

Die Verzerrungen und unterschiedlichen Schärfeebenen mit und ohne Brille sind durch die OP deutlich weniger geworden und mit meiner ersten Testbrille kam ich bisher je nach Tagesform, Energiehaushalt und Tätigkeit auf einen kopfschmerzfreien Visus von +/-0,8 :::grin.

Ganz weg sind meine Sehprobleme jedoch noch nicht, wäre wohl auch zu paradiesisch :::wink2, im Zuge einer sehr heftigen Grippe habe ich starke Kopfschmerzen, Fixierungs- und Augenkoordinationsprobleme bekommen, so dass mir seit einiger Zeit die Augen übergehen und ich für längere Zeit am Stück mehrmals am Tag auch mit Brille gar nix mehr richtig sehen kann, da hilft dann nur noch Augen zu, hinlegen und was hören. Obwohl die Grippe so gut wie wieder weg ist und ich einige schöne Erlebnisse hatte, werden meine Sehprobleme immer schlimmer... und so hoffe ich im Moment, dass das alles mehrheitlich auf meinen absolut leeren Akku zurückzuführen ist.

Jetzt, wo die Verzerrungen und Schärfeebenen nicht mehr primär meinen Seheindruck bestimmen, schießen sich meine Augen und mein Hirn wie’s scheint auf den verbliebenen horizontal-prismatischen Anteil meines KK ein und versetzen so meine inneren und äußeren Augenmuskeln in einen spastischen Zirkel der Steuerung und Gegensteuerung. Mal schauen, was mir und meinem Augenarzt dazu in der kommenden Zeit so einfällt. Meine Sehprobleme sind zwar ohne Brille schwächer ausgeprägt, aber den ganzen Tag ohne Brille mit einem Visus von höchstens 0,3 zu bestreiten funktioniert kaum, auch wenn mein unkorrigierter Visus durch die OP erheblich verbessert wurde; so kann das jedenfalls nicht bleiben, ein auch nur annähernder „Normalbetrieb“ ist so unmöglich.

Dr. Lombardi hatte auch vorgeschlagen, mir in ein, zwei Jahren, wenn erst einmal alles richtig ausgeheilt ist und sich meine Hornhäute stabilisiert haben, die verbleibenden Irregularitäten mit einer topo-gesteuerten PRK oder LASEK "wegzubügeln", meine Hornhäute sind dafür dick genug. Da vor allem mein Hirn und sämtliche Regelkreise auf Unstimmigkeiten einerseits beim Sehen sehr empfindlich reagieren, sich totrödeln und auf der anderen Seite Ewigkeiten für eine Gewöhnung an neue Seheindrücke brauchen oder das auch gar nicht schaffen, lasse ich mir diese Möglichkeit durch den Kopf gehen, wenn meine Sehprobleme dauerhaft bestehen bleiben und auch mit einer Wellenfrontbrille bzgl. Sehkomfort nicht ausreichend viel zu reißen sein sollte.

Vielleicht denke ich auch nur wieder zuviel, jedenfalls geht das Geduldsspiel in eine weitere Runde :::smile1...

Viele Grüße
Britta
Martian
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Erkrankungsalter sehr wahrscheinlich so mit ca. 18, weil damals die Blendempfindlichkeit tagsüber zugenommen und die Detailzeichnung im Schatten bei Gegenlicht z.B. abgenommen hat
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Operationen: Mini-ARK + Vernetzung auf beiden Augen im Juni 2008
Visus ohne / mit Brille vorher: 0,05 / 0,5
Visus ohne / mit Brille nachher: 0,2 - 0,3 / 0,8 - 1,0
Erklärung für den vergleichsweise "schlechten" Visuswert ohne Brille nach der ARK:
Da ich zusätzlich zum KK noch kurzsichtig war, habe ich mit Dr. Lombardi eine Unterkorrektur vereinbart, weil bei mir die Presbyopie (Altersweitsichtigkeit) so weit nun auch nicht mehr entfernt ist und ich nicht jetzt bereits durch die OP in eine Weitsichtigkeit rutschen wollte.
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Re: Martian, ARK + Vernetzung, Rom - Juni 2008

Post by Martian »

Hallo zusammen,

und wieder einmal Zeit für ein Update:

Die Sehprobleme, von denen ich im Oktober berichtet habe, waren tatsächlich nur durch die Grippe bedingt, die mich für ein paar Wochen total ausgeknockt hat, puh.

Seitdem sind meine Brillenwerte annähernd stabil, auf meinem linken Auge brauche ich wohl eine Vierteldioptrie weniger Sphäre, also minimale Schwankungen, und dann auch noch in die richtige Richtung. Mit Brille habe ich jetzt einen Visus von 1,0, weswegen ich auch noch immer dämlich-glücklich in die Gegend grinse :::grin.

Auch meine Nachtsicht hat sich eklatant verbessert, die "Narbensterne" sind komplett verschwunden, mehr dazu hier: http://www.forum.keratokonus.de/viewtop ... 394#p21015

Mir geht es super und so langsam kann ich mit Pausen auch schon wieder einen ganzen Arbeitstag vor dem Bildschirm verbringen, wenn es denn sein muss, längere Zeit am Stück lesen oder fernsehen, alle möglichen Naharbeiten erledigen, usw. ohne Kopfschmerzen zu bekommen, selber Auto fahren, ohne eine Gesundheitsgefährdung für meine Umwelt darzustellen (yeah), einfach genial.

Britta
When the going gets weird, the weird turn pro. (Hunter S. Thompson)