Termine für den KeraLens-"Online-Stammtisch" der Keratokonus Selbsthilfegruppe:

2026: 11. Feb. - 8. Apr. - 10. Jun. - 12. Aug. - 14. Okt. - 9. Dez. 2026 (19:00 - 21:00 Uhr)
-- zum Teil mit Medizinern / Kontaktlinsenspezialisten (wird vorab bekannt gegeben).

Dauerhafter Link zum KeraLens-"Online-Stammtisch": https://lecture.senfcall.de/ker-358-fzk-yqk
(Keine Anmeldung, kein Passwort notwendig - einfach per "Click" zur angegebenen Zeit teilnehmen)

Weitere Infos zu den Stammtischen unter: https://www.forum.keratokonus.de/viewforum.php?f=152
(Zusätzlich oder als Alternative zu den regionalen Treffen.)
Die KeraLens-Accounts der Keratokonus Selbsthilfegruppe auf Instagram und Facebook werden im Verlauf von 2026 gelöscht/deaktiviert.

Es werden neue Kanäle aufgebaut, wie z.B. auf Mastodon und Bluesky. Weitere werden folgen.

Weitere Information und Diskussion dazu bitte hier: https://forum.keratokonus.de/viewtopic.php?t=6501

Andy: KP 2003-04, Mainz

andy
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Andy: KP 2003-04, Mainz

Post by andy »

Hallo allerseits,

habe das Forum (leider) jetzt erst entdeckt.
Sehr informativ.

Meine KC-Operation war im April 2003 in der Uniklink Mainz auf dem
linken Auge. Vorher im Kontaktlinse versorgt (ca, 80 %), praktisch von
jetzt auf gleich wurde die Krümmung so stark, daß eine Neuanpassung
scheiterte.
Das rechte Auge hat nur eine minimale Verkrümmung + leichte Kurzsichtigkeit. Mit Brille 100%).
Bin übrigens 33 Jahre alt.

Zur Operation:

Hornhaut ist wohl gut eingewachsen. Kein Falten.
Sehleistung momentan ca. 50 % (Eben das typ. 'Doppelbild').
- Durch Zufall habe ich festgestellt, das ein leichter Druck auf das
Augenlid im oberen Bereich das Doppelbild fast völlig verschwinden
läßt -

Nachdem mich mein Augenarzt eigentlich zur Kontrolle wg. Fädenziehen
wieder in die Klink geschickt hat, stellte der Klinikarzt folgendes fest.
1. Hornhaut gut eingewachsen.
2. Der eine OP-Faden steht ein wenig aus der Oberfläche, ist aber
inzwischen gut überwachsen. (Sagte auch der Augenarzt)
Führt mitunter aber zu Fremdkörpergefühl, oder dem Gefühl
eines 'müden Auges'.
3. Messung ergab ca. +5 Dioptrin.
4. Im linken unteren Bereich zeigt sich eine Verkrümmung.
Daher ist mit Brille aktuell kaum was zu machen.

Zur Frage der Fadenentfernung:
Er wies mich ausdrücklich daraufhin, das es bei der Fadenentfernung
ein deutlich erhöhtes Risiko einer Abstoßung gibt.
Angeblich gehe man dazu über, die Fäden pauschal im Auge zu lassen,
solange es keine akuten Problem gibt.
Andererseits sei der Faden, der etwas übersteht, auch derjenige, in
dessen unteren Bereich die Verkrümmung liegt. Außerdem würden sich
- erfahrungsgemaß - durch das Fädenziehen auch die +5 Dioptrin verringern.

Ich bin mir jetzt unsicher. Soll ich - zuerst nur den besagten
Faden - entfernen lassen ?
Negativ ist die Möglichkeit einer Abstoßung bzw. einer möglicherweise
deutlichen Verschlechterung, positiv hingegen ist das
Entfernen des Überstandes die möglicherweise verringerte Krümmung
im Bereich des Fadens sowie die evtl. Reduzierung der Weitsichtigkeit.

Angeblich lassen sich Kontaktlinsen auch anpassen wenn die Fäden
drinnbleiben. Kann ich mir aber kaum vorstellen, da durch den
Fadenüberstand doch sicher ein deutlich Erhöhung der Hornhaut entstanden ist.

Wie sind den die Erfahrungen hier mit Sehleistung vor/nach Fädenziehen ?

Soweit ich das hier sehe, ist ein - unkorriegierte - Sehleistung von
50 % wohl schon als gut zu bewerten.
Die Sehleistung war übrigens schon kurz nach der Op. besser (25%) als
davor (max. 16%).

Gruß,
Andreas.
Filu28

Re: Nach KC-Op. - Fäden im Auge lassen ?

Post by Filu28 »

Hallo Andy,

also ich habe auf beiden Augen eine Transplantation hinter mir, und dass man die Fäden wegen einer Abstoßungsgefahr im Auge läßt, habe ich noch nie gehört. Bei mir ist die Sehleistung nach dem Fädenziehen auch ein bißchen schlechter geworden, aber willst du die nächsten 25 Jahre mit den Fäden im Auge herumlaufen??(Fremdkörüergefühl)
Ich komme mit Kontaktlinse auf beiden Augen auf fast 100%. Mit Brille auf 50-60%. Wenn die Fäden draußen sind, fühlt es sich nach einiger Zeit wie dein eigenes Auge an.
Aber es muß jeder für sich entscheiden, was er macht.

Gruß Manni
PS.: Zu mir haben alle (Optiker+Arzt) gesagt, solange die Fäden drinnen sind, sollte ich keine Kontaktlinse anpassen lassen.
Günter
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KC-Experience: - Ende 1978 Diagnose KC , mit 14 jahren
- Ende 1990 endgültiger zusammenbruch des rechten Auges, ca. 5% Sehfähigkeit
- April 1991 KP (Keratoplastik, Hornhauttransplantation) rechtes Auge in Heidelberg
- 1993 endgültiger Zusammenbruch des linken Auges, tragen von Linsen nicht mehr möglich, ca. 5% Sehfähigkeit (Visus)
- 1993 fast zur gleichen Zeit, rechtes Transplantiertes Auge wieder einsatzfähig, mit Linse ca. 80%
- Dezember 1995 KP linkes Auge in Jena
- 1997 linkes Transplantiertes Auge wieder einsatzfähig, mit Linse ca. 80%
- 2000 habe einen neuen Optiker, und klasse Linsen jetzt auf beiden Augen ca. 120%
- 2012 Abstoßungsreaktion auf dem linken Auge
- 2013 hohe Belastung für das rechte Auge, das Auge wird instabil. Rekeratokonus mit steigender Instabilität beider Augen
- 2015 März 2015 erneute KP links
- rechtes Auge wird mit Medikamenten einigermaßen stabil gehalten
- 2017 Mai, das linke Auge ist soweit stabil, das ich wieder eine
Kontaktlinse auf dem Auge tragen kann damit erreiche ich einen Visus
von ca. 1,0 (100%). Somit kann ich wieder auf beiden Augen vernünftig
sehen.
Keratoconus since: Ab dem Alter von 14 Jahren.
Experience with eyeglasses / lenses: Mit meinen harten Kontaktlinsen komme ich im großen Ganzen gut klar.

Ich trage sehr gut angepasste quartantenspezifische Kontaktlinsen, von FALCO. Mit diesen erreiche ich einen Visus von ca. 1,0 (100%) auf beiden Augen.

Die Tragezeit der Kontaktlinsen beträgt ca. 10 Stunden pro Tag.
Ohne Kontaktlinsen habe ich links einen Visus von ca. 0.05 (5%) und rechts < 0.05(5%).

Mit einer iScription Brille komme habe ich links ca. 0,3 (30%) und rechts 0,3 (30%).
Dir Brille hat die Werte:
R Spr. -2,75 Cyl -8,50 Achse 175
L Spr. +4,50 Cyl -3,75 Achse 131
Operationen: Auf beiden Augen eine Keratoplastik (Hornhauttransplantation)
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Re: Nach KC-Op. - Fäden im Auge lassen ?

Post by Günter »

Hallo Andy,

das die Fäden im Auge bleiben sollen, habe ich noch nie gehört.
Darüber bin ich etwas verwundert, zumal die Fäden das einwachsen von Äderchen in die Hornhaut fördern, was bei einer möglichen weitern Transplantation ( in 20-30 Jahren, wenn das alte Transplantat aufgibt) sehr problematisch ist.

Wie man auf die Fäden eine Linse setzten will ist mir auch etwas schleierhaft, Das wurde bei Markus (hier im Forum) versucht und das war nicht sonderlich erfolgreich.

Nach dem Fadenziehen verändert sich die Hornhaut, wie sie sich verändert ist schwer zu sagen, bei Markus und mir waren die Veränderungen nicht immer positiv. Bei uns hat sich nach dem Fadenzeihen ein starker Astigmatismus gebildet – der bei mir allerdings mit einer Linse gut ausgeglichen werden kann.

Ich kann mir nur schwer vorstellen, das es eine Alternative zum Fadenziehen gibt.
Versuch mal weiter zu Bohren, ob es eventuell weitere Gründe gibt, warum sie die Fäden nicht zeihen wollen.
Und dir hole die von einem weitern Arzt oder einer anderen UNI-Klinik eine weitere Meinung ein, wenn es geht.
Gruß Günter
Markus
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KC-Experience: Ich hab alles mal ausprobiert... Man will ja mitreden können... Transplantation, Laserung, Vernetzung...
...als nächstes kommt dann logischerweise die Kunstlinsen-Implantation... ;)
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Re: Nach KC-Op. - Fäden im Auge lassen ?

Post by Markus »

Hallo zusammen!

also bei mir war die Sicht vor dem Fadenziehen, wie Günter schon sagte, viel besser, da nach dem Fadenziehen ein hoher Astigmatismus entstand.
Darüber kann man wohl keine Prognose abgeben, da es bei jedem anders ist. Bei einigen wirds schlechter, bei anderen besser und bei noch anderen verändert sich nichts.

Übrigens wurde bei mir am Ende doch keine Linse vor dem Fadenziehen angepasst. Ich hatte zwar eine Probelinse auf dem Auge, aber dann hab ich das doch nicht gemacht.
Ich glaube aber nicht, dass es problematisch wäre, eine Linse anzupassen. Bei mir wäre es eine grpße Mini-Sklerallinse gewesen, die kaum auf der Hormhaut aufliegt.

Ich habe aber auch schonmal davon gehört, dass die Fäden wegen der erhöhten Abstossungsgefahr länger im auge bleiben, aber wenn du nach dem Fadenziehen eine Weile weiter Cortison tropfst, sollte das Risiko minimal sein, sagt mein Arzt.

Ich hatte übrigens keinerlei Fremdkörpergefühl mit den Fäden im Auge. Ich hab die überhauptnicht gemerkt. aber das sit wohl bei jedem anders.

Viele grüße,
MARKUS
andy
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Re: Nach KC-Op. - Fäden im Auge lassen ?

Post by andy »

Hallo allerseits,

kurzes Update meinerseits.

Ich habe inzwischen bei anderen Ärtzten nachgefragt.
Die waren aber der Meinung, sich der Meinung des Operateurs anschliessen zu müssen bzw. laut irgendeiner Studie sei es
tatsächlich manchmal besser die Fäden drinzulassen.
Hinzukommt, dass sich mit Brille ein Wert von ca. 90 % Sehleistung
erreichen laesst. Das hat sogar den Augenarzt überrascht.
Umso eher empfahl er dann die Fäden drinzulassen, weil es eben nur schlechter werden kann. Die Verkrümmung ist zwar vorhanden,
aber angeblich weitestgehend außerhalb des relevanten Bereichs.

Und ... die Faeden kann man auch später noch ziehen.
Andersrum wirds schwieriger. ;-)

Ich werde jetzt jedenfalls erstmal beim Optiker ausprobieren, wie gut
es mit Kontaktlinse werden kann bzw. ob ich die vertrage.
Ansonsten bin ich mit den 90% links mit Brille vollauf zufrieden.
(Das rechte Auge ist 'normal' kurzsichtig [-1.0] und braucht 'eh ne Brille)


Gruß

Andreas
andy
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Re: Nach KC-Op. - Fäden im Auge lassen ?

Post by andy »

Hallo allerseits,

kurzes Update zu den Fäden.
Am WE gabs plötzlich ein starkes Fremdkörpergefühl
Augenbrennen usw.
Am nächsten Tag in die Klinik.
Diagnose: Ein Knoten ist aufgegangen und das
offenen Fadenstück rieb dann auf der Hornhaut.
Das Ende ist dann ambulant entfernt worden.

Inzwischen weiss ich, dass es an der Uniklink Mainz wohl Standard
ist, die Fäden so lang wie möglich drinnen zu lassen.
Angeblich ist das Risko der Gefäßeinsprossung recht gering und
in meinem Fall ist davon bislang auch nichts festzustellen.

Auf Kontaktlinsen verzichte ich im Moment ganz,
weil mit für die mögliche Sehleistungsverbesserung das
Risiko der Belastung für das Auge zu hoch ist.


Gruß,
Andy