Hallo !
Seit etwa 6 Monaten ist mir bekannt, daß ich Keratokonus habe.
Vor ca. 2 Monaten wurde dann an einer deutschen Uniklinik mit sehr gutem Ruf eine perforierende Keratoplastik auf einem Auge durchgeführt.
Das Ergebnis: Eine primäre Transplantatinsuffizienz ! ( auch primäres Transplantatversagen genannt) Es ist so ziemlich das Schlimmste, was einem ( außer dem Verlust des Auges durch eine intraoperative Blutung)
passieren kann! Das Transplantat war von Anfang an trüb und ich konnte damit praktisch nichts sehen. Es wurde dann seitens der Ärzte gesagt: " Na ja, tut uns leid, das passiert wirklich sehr selten aber das gibt es halt manchmal, man weiß auch nicht woher das kommt."
Einige Zeit später wurde dann (zum Glück erfolgreich) eine Re-Keratoplastik durchgeführt und mittlerweile sehe ich auch halbwegs wieder. Allerdings muß man bei der 2. Operation schon deutlich mehr Medikamente ( vor allem Kortison) nehmen , um keine Abstoßung zu erleiden und das Kortison geht gewaltig auf den Magen !
Im nachhinein habe ich durch einen Zufall erfahren, worauf der Mißerfolg
beim 1. Mal beruhte: Man hat mir ganz schlicht und einfach ein qualitativ minderwertiges Spendermaterial gegeben !!! ( Ich dürfte das eigentlich nicht wissen und das gibt natürlich auch kein Arzt zu ). Doch es ist tatsächlich so, dass der Spender zu alt war und das Material auch zu lange gelagert wurde.
Jetzt kommt der Oberhammer: Von einem gut informierten Insider habe ich folgendes erfahren: " Wissen Sie, ein Transplantatversagen gibt es hier öfter mal , bei dem Material, welches hier verwendet wird !!!"
Da könnte man doch echt explodieren!
Man kann als Patient also nicht davon ausgehen, dass man bei einer Keratoplastik ein einwandfreies und hochwertiges Material bekommt, was wohl daran liegt, dass es zu wenige Spenderhornhäute gibt. Man versucht es halt anscheinend mit allem , was verfügbar ist.
Ich kann nur jedem den Tip geben sich erst dann Transplantieren zu lassen, wenn es wirklich nicht mehr anders geht.
Ein Primäres Transplantatversagen gibt es wesentlich öfter als man es den Patienten erzählt !
Zum Schluss noch etwas Positives:
Bei meiner 2. Operation habe ich eine sehr gute Hornhaut bekommen und auch operationstechnisch wurde (wie auch beim 1. Mal) wirklich hervorragend operiert. Der Operateur konnte definitiv nichts für den Mißerfolg beim 1. Mal sondern nur die Leute der Hornhautbank.
Viele Grüße
chemist