ich bin 21, Studentin und habe auch KK. Diagnostiziert wurde es bei mir vor etwa anderthalb Jahren, haben tue ich es allerdings schon länger.
Wann genau das alles anfing lässt sich schwer sagen, erste Probleme bekam ich, als ich etwa 15 Jahre alt war.
Es begann damit, das ich Texte, Bücher,.... zunehmend schlechter lesen konnte, denn vor dem linken Auge verschwammen die Buchstaben. Rechts hingegen konnte ich nur weit entfernte Sachen undeutlich sehen.
Mir kam der Verdacht, links weit- und rechts kurzsichtig zu sein...
Ich bin dann natürlich zum Augenarzt, erzählte ihm davon und nach einer Untersuchung erklärte mir der Arzt, dass ich beidseitig kurzsichtig sei und eine sehr leichte Hornhautverkrümmung hätte. Meine Probleme mit nahen Gegenständen tat er mit Kreislaufproblemen ab. Es kam mir komisch vor, aber ich schenkte dem nicht viel Beachtung, denn manchmal konnte ich tatsächlich gut sehen, manchmal wieder schlechter. Ich bekam also eine Brille und weiche Kontaktlinsen.
Die trug ich etwa 2 Jahre lang, dann gabs wieder Probleme. Das Auge schmerzte, ich konnte kaum was sehen. Also bin ich wieder zu diesem Arzt hin und es stellte sich als eine Entzündung auf dem linken Auge heraus.
Nachdem diese abgeklungen war, wurde das Auge wieder untersucht, dieses mal stellte er eine starke Hornhautverkrümmung fest. Daraufhin sollte ich harte Kontaktlinsen bekommen....
Tagelang musste ich Kontaktlinsen probieren, aber so richtig passen wollte keine. Ich glaube, der Arzt hatte am Ende auch keine Lust mehr, er gab mir welche, die ich ganz gut vertragen hatte, die ich dann tragen sollte. Allerdings konnte ich mich nie wirklich dran gewöhnen, immer hatte ich ein Fremdkörpergefühl im Auge und ausserdem sah ich links immer noch alles verschwommen.
Ich ging noch ein paar Mal zum Arzt, erklärte jedes Mal wieder, das ich nicht richtig sehen könne. Letztendlich kam er dann tatsächlich auf den KK und machte mir Vorwürfe, weil ich schon vorher Schwierigkeiten hätte haben müssen. Als ich ihm dann sagte, dass ich einige Male darauf hingewiesen hatte, das links keine Besserung durch Brille oder Kontaktlinse eintritt, sagte er mir ins Gesicht, das ich lügen würde.
Das war mein letzter Besuch bei ihm. Ich zog die Kontaktlinsen nicht mehr an und ließ mir einen Termin bei einem Augenärztezentrum geben.
Das war vor eineinhalb Jahren. Dort wurde ich erst von einem Assistenzarzt untersucht, dem ich nichts von der Vorgeschichte und meinen Schwierigkeiten mit dem linken Auge erzählte, um zu sehen, ob er auf dasselbe Ergebnis kommt.
Und siehe da, auf einmal war ich links weitsichtig und rechts kurzsichtig und ich hatte KK. Nach mehreren Untersuchungen mit den neuesten Geräten bestätigte mir der Arzt den Befund seines Assistenten und so wurde ich dann mit einem Rezpt für harte Kontaktlinsen zu einem Optikgeschäft, das sich mit KK auskennt, geschickt. Die untersuchten das Auge auch noch einmal, bestätigten die Angaben des Arztes und hier erfuhr ich dann mehr über KK, Begleiterscheinungen und die möglichen Folgen.
Der Umstieg dann von den weichen auf die harten Kontaktlinsen war ziemlich schwierig, es hat lange gedauert, und heute habe ich manchmal immer noch leichte Probleme damit.
Momentan sieht es bei mir so aus: wie schon mehrmals erwähnt, bin ich links weit- und rechts kurzsichtig. Das rechte Auge zeigt Anzeichen eines Keratokonus, ist ansonsten aber konstant.
Auf dem linken Auge habe ich einen Keratokonus 3. Grades, was mich am Anfang sehr erschreckt hat, wenn man bedenkt, das es "nur" 4 gibt. Und auch wenn meine Optikerin meint, das die Zeiträume, in denen sich mein Auge verschlechtert hat, normal sind, beunruhigt es mich doch etwas. Links komme ich mit Kontaktlinsen noch auf 90 % Sehkraft, was, soweit ich hier andere Berichte gelesen hab, doch recht viel ist. Das meiste sehe ich immer noch etwas verschwommen, allerdings nicht mehr so schlimm wie vorher.
So komme ich mit der Krankheit eigentlich gut zurecht, allerdings stört es mich manchmal niemanden zu kennen, der dasselbe hat, um sich auch mal darüber austauschen zu können. Erzählt man Mitmenschen darüber, kennen diese die Krankheit nicht und da sie nur selten ist, interessieren sie sich auch nicht dafür. Oder aber sie reagieren als wäre es eine einfache Grippe, die in ein paar Tagen vorbei sein wird.
Daher freue ich mich, dieses Forum gefunden zu haben, wo man verschiedenes nachlesen kann, Informationen bekommt und auch mal Fragen stellen kann...
Mfg,
Civia