Hallo Leute , nach langer Zeit melde ich mich mal wieder, ich hatte viel zu tun und bin durch eine Nachricht darauf aufmerksam gemacht worden, dass ich schon seit einem Jahr nichts mehr geschrieben habe,
Also zum Thema Dioptix gibt es folgendes zu sagen: Ich hatte Kontakt zu den Leuten in Stanford, welche diese " artificial cornea" entwickeln. Es sind die Herren Ta, Frank und Myung also ein Ophthalmologe, ein Chemiker ( wie ich) und ein Chemieingenieur. Sie meinten, dass das Produkt, wenn es denn mal Marktreife erlangt hat tatsächlich " first choice"- Eigenschaften hätte, also einem herkömmlichen Transplantat vorzuziehen sei. Es ist keine Abstoßung zu befürchten, hohe oder irreguläre Astigmatismen gehörten auch der Vergangenheit an und es ist theoretisch unbegrenzt haltbar .
Doch jetzt kommt das Problem: Es wird noch mindestens 4 Jahre dauern, bis überhaupt einmal klinische Tests am Menschen durchgeführt werden können. Bisher sind nur Daten aus Tierversuchen verfügbar.
Wenn denn 2011 oder 2012 mal diese Phase anläuft, wird es wieder mindestens 3 weitere Jahre dauern, bis man dann alle "Kinderkrankheiten" beseitigt hat und das ganze Verfahren marktreif ist. Und selbst dann müssen erst mal die deutschen Ophthalmologen lernen, das Teil zu implantieren. Bei AlphaCor dauerte das auch viele Jahre auch wenn man AlphaCor nicht mit Duoptix vergleichen kann, weil AlphaCor immer nur eine Notlösung bleiben wird.
Für die nächsten 10 Jahre ist wohl kaum damit zu rechnen, dass auch nur einer von uns dieses Teil implantiert bekommt.
Dennoch bin ich optimistisch, dass dieses oder ein ähnliches Verfahren mittelfristig die Hornhauttransplantation so wie wir sie kennen ablösen wird und auch Patienten mit " Bullöser Keratopathie, Aniridie, Stevens-Johnson Syndrom und andere, die bei einer Keratoplastik kaum eine Chance haben wieder sehen können.
grüße Chemist