Termine für den KeraLens-"Online-Stammtisch" der Keratokonus Selbsthilfegruppe:

2026: 11. Feb. - 8. Apr. - 10. Jun. - 12. Aug. - 14. Okt. - 9. Dez. 2026 (19:00 - 21:00 Uhr)
-- zum Teil mit Medizinern / Kontaktlinsenspezialisten (wird vorab bekannt gegeben).

Dauerhafter Link zum KeraLens-"Online-Stammtisch": https://lecture.senfcall.de/ker-358-fzk-yqk
(Keine Anmeldung, kein Passwort notwendig - einfach per "Click" zur angegebenen Zeit teilnehmen)

Weitere Infos zu den Stammtischen unter: https://www.forum.keratokonus.de/viewforum.php?f=152
(Zusätzlich oder als Alternative zu den regionalen Treffen.)
Die KeraLens-Accounts der Keratokonus Selbsthilfegruppe auf Instagram und Facebook werden im Verlauf von 2026 gelöscht/deaktiviert.

Es werden neue Kanäle aufgebaut, wie z.B. auf Mastodon und Bluesky. Weitere werden folgen.

Weitere Information und Diskussion dazu bitte hier: https://forum.keratokonus.de/viewtopic.php?t=6501

Rechtsfrage wegen Führerschein

Alle neuen Themen zur Erkrankung Keratokonus, die in den oben definierten Bereichen (noch) nicht eingeordnet werden können. Grenzbereiche. Studien.
Alb-Maulwurf
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KC-Experience: Habe Keratokonus auf beiden Augen - links stärker als rechts. Neulich beschrieb ein Augenarzt meine Sehkraft ohne Hilfsmittel mit "Fingerzählen". Dank speziellen Kontaktlinsen von Müller-Welt sehe ich knappe 50% und kann sogar (noch) Auto fahren.
Doch es verschlechtert sich weiter und mir wurde eine Transplantation nahegelegt. Jetzt stehe ich in Tübingen auf der Warteliste...

Rechtsfrage wegen Führerschein

Post by Alb-Maulwurf »

Hallo Zusammen,

folgendes Problem:
Ich komme mit dem KK super zurecht im Leben (Kontaktlinsen und dadurch knappe 50%), stehe aber trotzdem auf der Transplantationswarteliste in Tübingen, denn:
Ich muss alle 2 Jahre ein ärtzliches Gutachten einreichen (100€), das bezeugt dass ich noch fahrtauglich bin. Nun ist es jedoch so, dass ich da ganz hart auf der Grenze des gesetzlich zulässigen bin.
Mein alter Augenarzt hat mir das Gutachten ausgestellt und mich ermahnt vorsichtig zu fahren - erledigt.
Dann ging er in den Ruhestand. Der junge Arzt der die Praxis übernommen hat ist ein *****, hat keine Ahnung von KC und sagte mir direkt dass er mir das Gutachten nicht ausstellen wird, da er eine gewisse Verantwortung trägt und mich nicht als fahrtauglich einstuft.
Daraufhin habe ich gesucht und einen alten Augenarzt gefunden, der mir mein Gutachten nochmals ausgestellt hat (mit dem Hintergrund, dass ich ja schon auf der Liste stehe und "nur noch die Zeit bis zur OP überbrücken muss"). Ein weiteres Gutachten kriege ich von dem auch nicht mehr (zumal er bis dahin vermutlich ebenfalls im Ruhestand ist.
Jetzt habe ich einen neuen Augenarzt gefunden, der fachlich kompetent erscheint. Doch ich weiß noch nicht, ob ich von ihm ein Gutachten bekommen würde und ich will keine 100€ verspielen nur um zu sehen ob ichs kriegen würde...
Fakt ist jedoch, dass ich wie gesagt super gut leben kann, nur fahre ich unglaublich gerne Auto und will darauf auch nicht verzichten.
Trotzdem erscheint es mir selbst ein wenig verrückt, das Risiko und die Umstände einer OP in Kauf zu nehmen, nur um den Führerschein zu behalten... und daher nun zu meiner eigentlichen Frage an die rechtskundigen in diesem Thema:
Meint ihr, ich habe eine Chance via Klage Recht zu bekommen, dass ich fahrtauglich bin, für den Fall dass ich beim nächsten, fälligen Termin (Mai 2012) keinen Augenarzt mehr auftun kann, der mir ein Gutachten ausstellt?
Ich finde es nämlich schon sehr krass, dass ICH den Führerschein abgeben soll, aber haufenweise Rentner und anderweitige Blindschleichen die ihren Führerschein gemacht haben bevor es Sehtests gab mit 30 auf der Straße rumeiern.
In meiner Nachbarschaft war ein Rentner, der dreimal von der Polizei rausgezogen wurde, weil er den Verkehr behindert hat - durfte seinen Lappen aber behalten...

Ich selbst bin ein "sehr" vorsichtiger Fahrer.
Ich fahre tagtäglich nur die selbe Strecke und wenn ich wohin fahren muss, wo ich noch nie war, so geschieht das nur bei Tag und unter vorheriger eingender Studie der Karten, sowie des Satellitenbildes von Google, so dass ich komplett ohne auf Straßenschilder (Wegweiser, nicht Geschwindigkeitsbegrenzungen ;-) ) zu achten, fahren kann.
Wenn die Strecke weiter ist als ichs mir im Kopf merken kann, fahre ich die Strecke nicht alleine, sondern immer nur mit Beifahrer = lebendes Navi.
Nachts fahre ich grundsätzlich nur wenn es UNBEDINGT sein muss in unbekannte Gefilde und da IMMER nur mit Beifahrer, und niemals in eine Großstadt wie Stuttgart, sondern nur Überland/Autobahn - auch wenn ich rein theoretisch dazu in der Lage wäre.
ich fahre nun seit gut 2,5 Jahren Auto, habe in dieser Zeit ca 30.000km runtergerissen und fühle mich hinter dem Steuer sehr sicher...
Habe auch noch jede brenzlige Situation (eingeschlossen Kind das direkt vors Auto springt) gemeistert.
Soweit mal...

Kurzum: Ich würde sehr gerne auf die OP verzichten, aber ich möchte weiterhin Auto fahren...
Wie hoch schätzt ihr meine Chancen ein, dass ich vor Gericht recht bekomme und weiterfahren darf?

Gruß
sabine s.
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KC-Experience: 4x transplantiert, 3x an einem auge, immunsuppression wegen ständiger transplantatabstoßungen, glaukom bereits mehrmals operiert, beginnender katarakt an beiden augen. visus mit brille um die 35%. Kontaklinsenunverträglichkeit .
augen-op´s insges. 13x. bin bei prof. th. neuhann in behandlung.
5. transpl. steht in den starlöchern.??? mehr oder weniger. das 5. transplantat war bereits am anfang märz 08 gefunden worden. 2 h später, anruf vom Prof. er könne es nicht nehmen. jetzt muß ich also weiter warten.
nävus auf der netzhaut inoperabel, tumor in der orbita nähe des sehnerves.
visus bleibt erwiesenermaßen schlecht, bzw. verschlechtert sich zumindest in der nähe und an den äußeren gesichtsfeldrändern. visus scheint irgendwie zu stagnieren, komme gerade so zurecht, wobei das Lesen immer schwieriger wird.
Experience with eyeglasses / lenses: Sehr schnell wurden mir harte KC-Linsen angepaßt, die sich aber andauernd veränderten, so, daß der Anpasser gar nciht mehr nachgekommen ist.
Operationen: 1999 wurde die erste Keratoplastik gemacht. s.o. bei und von Prof. Thomas Neuhann. Alle anderen Keratoplastiken (mit wachsendem Vergnügen, ebenfalls vom Prof. Neuhann der sich absolut rührend um mich kümmert. Div. Trabekulektomien, Div. Cortisonspülungen....................alles zwar Operationen, aber immer irgendwie im Vorbeigehen.
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Re: Rechtsfrage wegen Führerschein

Post by sabine s. »

hallo H. "alb von Maulwurf" ;-)

also meines wissens geht einen augenarzt das überhaupt nix an, ob man einen führerschein hat oder nicht. er DARF die gemessenen daten nicht weiterleiten und DARF niemandem das autofahren verbieten.
ich dachte immer, ein gutachten könne nur ein unabhängiger augenarzt machen. warum brauchst du dauernd ein gutachten??? bist du berufskraftfahrer/in????
und der visus wird nach einer transplantation mit großer wahrscheinlichkeit NICHT besser. transplantiert sollte ja auch eigentlich nur dann werden, wenn absolut keine andere methode mehr in frage kommen kann, du also keine linsen mehr verträgst, es für eine vernetzung zu spät ist ect. pp.
es KANN sein, daß du nach einer keratoplastik besser sehen kannst , es MUSS aber nicht sein. darauf würde ich mich also nicht verlassen. noch dazu dauert es bis zu 2 jahren , bis du einen zuverlässigen, aussagekräftigen visus hast.
ich verstehe nicht, warum DU auf der transplantationsliste stehst, wenn du doch mit linsen so gut zurechkommst.
grüßle
sabine
Raffke 19
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KC-Experience: Habe seit 1980 eine Keratoplastic
Keratoconus since: Mein Erkrankung wurde mit ca 26 Jahren fest gestellt
Experience with eyeglasses / lenses: Habe einen Horror gegen Linsen daher nur mit Brille
Operationen: im Januar 1980 wurde eine Keratoplastic in Osnabrück im Marienhospital von prf. Meyer gemacht, bisher immer im grünen Bereich
Ich über mich: Diplom-Chemiker in der Pharma-Industrie,ich habe ca.10 jahre nur mit
Augenkliniken zusammen gearbeitet.
Ich habe als Anpasser mit einem CL-Hersteller in Kiel gearbeitet.
Ausbildung Ärzte / Optiker: als Chemiker und Pharmareferent 10 Jahre AA beraten und Pflegemittel und diverse Präparate unter das Volk gebracht,war dann seit 1983 für viele Pharmaunternehmen als Pillenverteiler unterwegs.

Re: Rechtsfrage wegen Führerschein

Post by Raffke 19 »

hier meldet sich ein 72Jahre alter Rentner,der im Jahr ca85000km gefahren ist?
Also wenn ich deinen Artikel lese über Rentner bekomme ich einen dicken Hals?
Ich wurde vor 30 Jahren von proff. Meier Transplantiert,ich würde es heute nur als letzten Notnagel machen,
Habe mit Brille li80%,re ca20% also wenn jemand nur50% hat darf er nach dem Gesetz nicht mehr Fahren?
Das kannst du überall nach lesen,wenn dein AA dir kein Gutachten gibt handelt er sehr verantwortunsvoll,denn er würde sich
strafbar machen,wenn etwas passieren würde?
PS. ich habe seit 1957 meinen Lappen ohne Pause und war seit 45 Jahren im Pharmaaussendienst tätig?
Wenn über alte Opas her ziehst,muß ich sagen deine Einstellung ist doch sehr fragwürdig?
Frage wer baut den die meisten Unfalle" das sind die jungen Fahrer,das wird dir jede VS bestätigen.
MFG Paule :::glaskugel :mrgreen: :::eek :::tongue
Alb-Maulwurf
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Re: Rechtsfrage wegen Führerschein

Post by Alb-Maulwurf »

@sabine: "Früher" bekam man den Führerschein, egal wie (bzw ob) man gesehen hat, heute gibts den Sehtest vorm Führerschein (kennst du ja spätestens von deinen Kindern). Bestehst du den normalen Sehtest nicht, so bekommst du den Führerschein nur, wenn du zum Augenarzt gehst, dort nicht nur Visus, sondern auch Farbsehen, 3D-Sehen und Blickfeld kontrollieren lässt (bei mir alles absolut perfekt) und dann mit dort normalen Werten noch einen Visus von 50% erreichst.
Nur ist das mit uns KClern halt so eine Sache... Muss ich sehen, ob das Kind das mir vors Auto springt ein Mädel oder ein Junge ist und dann anders entscheiden???
Es reicht doch, wenn ich dieses Kind sehe und meine dank KC sehr trainierten Reflexe einsetze um auf die Bremse zu treten.
Und nein, ich bin kein Berufskraftfahrer, sondern Student - und ich brauche dieses Gutachten alle zwei Jahre, weil ich es schon zum Erstantrag des Lappens gebraucht habe... und jetzt will das Landratsamt halt alle zwei Jahre den Nachweis, dass ich noch "fahrtauglich" bin - was dank KC am einen Tag sein kann und am nächsten Tag wieder nicht :::urgs

@Raffke: Ich wollte auf keinen Fall die "Grundgesamtheit" der Rentner diskriminieren, diskreditieren oder ähnliches - natürlich gibt es auch Rentner die ihren Kopf noch drehen können, zu ihren Augen noch raussehen und deren Fuß noch beweglich ist, aber es gibt eben auch andere (genau wie es auch Jugendliche gibt, die KEINE Unfälle bauen nur weil sie Jugendliche sind... vlt sollten wir da beide präziser sein...). Und solang noch Autofahrer auf der Straße unterwegs sind, die 30% und weniger sehen (ich weiß wie viel das ist - und da ist man wirklich nicht mehr fahrtauglich), dann bin ich schlichtweg nicht bereit meinen Führerschein abzugeben, nur weil die Augenärzte der Meinung sind, dass ich nicht mehr genügend sehe... Ich bin absolut fahrtauglich und es haben wirklich schon VIELE! Beifahrer (auch Autofahrer die viel und schon lange fahren) gestaunt, wenn ich wiedermal den Blitzer am Straßenrand im Gras oder auch den Ball der ausm Hof rollt sehe und bremse ("Oh, das hätt ich jetzt nicht gesehen"). Viel von der Sehkraft macht Aufmerksamkeit wett... einen Sehtest gibt es, einen Reaktionstest oder ähnliches gibt es nicht.

Ich verstehe den Sinn schon gar nicht...

Aber zurück zur eigentlichen Frage: Meint ihr, ich habe eine Chance, wenn ich auf Erhalt meines Führerscheins klage (für den Fall dass der nächste Sehtest wiedermal einen Tag trifft bei dem halt nur 49% erreicht werden)?
In den USA würde bei so einem Fall wohl eine Anhörung vor Geschworenen einberufen, die dann beschließen können, dass hier das Gesetz wohl versagt und dieses übergehen können - aber in Deutschland sieht das ja anders aus :-P
Anja_1
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Re: Rechtsfrage wegen Führerschein

Post by Anja_1 »

Tja komisch, derjenige, der von gewissen Regelungen oder Einschränkungen betroffen ist, fragt sich gerne "warum ICH?" Schließlich findet man ja sofort andere, die viel schlimmer sind... und die das noch viel mehr verdient hätten...

Es gibt nun mal festgelegte Spielregeln - in allen Bereichen unseres Lebens. Und das ist auch gut so.
Und warum sollte ein Arzt bewusst diese Spielregeln missachten und die Gefahr eingehen, dass er für Dich den Kopf hinhalten muss, wenn sich irgendwann herausstellt, dass er wissentlich ein falsches Gutachten ausgestellt hat. Und weil er das nicht macht und damit lediglich seiner Verantwortung nachkommt, ist er ein *****?
Eine faszinierende Einstellung...

Klagen? Klar, klagen kann man immer und wegen allem.
Chancen? Du hast die Möglichkeit, Dich diesbezüglich von einem Fachmann beraten lassen; alles andere macht sowieso keinen Sinn. Doch dann wären eventuell mehr als 100 Euro verspielt.

Wünsche Dir viel Erfolg und einen guten Seh-Tag für den Termin 2012.
Gruß Anja

Keine Zukunft vermag gutzumachen,
was Du in der Gegenwart versäumst.

(Albert Schweitzer)
sabine s.
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nävus auf der netzhaut inoperabel, tumor in der orbita nähe des sehnerves.
visus bleibt erwiesenermaßen schlecht, bzw. verschlechtert sich zumindest in der nähe und an den äußeren gesichtsfeldrändern. visus scheint irgendwie zu stagnieren, komme gerade so zurecht, wobei das Lesen immer schwieriger wird.
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Operationen: 1999 wurde die erste Keratoplastik gemacht. s.o. bei und von Prof. Thomas Neuhann. Alle anderen Keratoplastiken (mit wachsendem Vergnügen, ebenfalls vom Prof. Neuhann der sich absolut rührend um mich kümmert. Div. Trabekulektomien, Div. Cortisonspülungen....................alles zwar Operationen, aber immer irgendwie im Vorbeigehen.
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Re: Rechtsfrage wegen Führerschein

Post by sabine s. »

hallo anja,

ja, da magst du ja recht haben, aber mir fehlen die fakten! Weißt DU ab welchem visus man auf keinen fall mehr fahren darf?? wer das bestimmt und ob tatsächlich ein augenarzt der führerscheinbehörde einen "tip" geben darf, daß patient xy die erforderliche sehkraft nicht erreicht?? ist hier alles sicher schon mal belegt worden, aber die gesetze ändern sich grad so schnell, ich weiß es ehrlich gesagt nicht ganz genau, wo da jetzt die grenze liegt. 65% auf beiden augen??? 65% auf dem besseren, wenn das andere blind ist, ??? hab keine ahnung, auch ..............leider, bekomm man von jedem augenarzt eine andere info.

grüßle
sabine
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Re: Rechtsfrage wegen Führerschein

Post by Anja_1 »

Hallo Sabine

Ich argumentiere grundsätzlich mit Fakten und mache mir auch anhand dessen mein Bild :wink:
Weißt DU ab welchem visus man auf keinen fall mehr fahren darf??
Einfach hier nachlesen: http://www.verkehrsportal.de/fev/fev_12.php / Anlage 6: http://www.verkehrsportal.de/fev/anl_06.php
1.2 Augenärztliche Untersuchung (§ 12 Abs. 5)
Besteht der Bewerber den Sehtest nicht, ist eine augenärztliche Untersuchung erforderlich. Es müssen folgende Mindestanforderungen erfüllt sein:
1.2.1 Zentrale Tagessehschärfe
Fehlsichtigkeiten müssen - soweit möglich und verträglich - korrigiert werden.
Dabei dürfen folgende Sehschärfenwerte nicht unterschritten werden:
Bei Beidäugigkeit:
Sehschärfe des besseren Auges oder beidäugige Gesamtsehschärfe: 0,5,
Sehschärfe des schlechteren Auges: 0,2.
wer das bestimmt
Ist (natürlich) gesetzlich geregelt.
ob tatsächlich ein augenarzt der führerscheinbehörde einen "tip" geben darf, daß patient xy die erforderliche sehkraft nicht erreicht??
Ein Augenarzt hat wie jeder Arzt eine Schweigepflicht, § 203 (1) StGB. Die Wahrung der ärztlichen Schweigepflicht wird in Bezug auf Ärzte über den Straftatbestand des § 203 StGB hinaus noch unter den Schutz der ärztlichen Berufsordnungen der Ärztekammern in den Bundesländern gestellt.
Eine pauschale Aussage zur bewussten Weitergabe gewisser Fakten und Daten lässt sich nicht tätigen - das ist, wie so oft im rechtlichen Bereich, eine Einzelfallentscheidung.
Siehe z.B. hier:
IV. Durchbrechung der ärztlichen Schweigepflicht
4. Schließlich ergibt sich eine Offenbarungsbefugnis noch aus dem sog. Güterabwägungsprinzip.
Nach dem sog. rechtfertigenden Notstand gem. § 34 StGB darf der Arzt immer dann ein Patientengeheimnis offenbaren, wenn das Interesse, das dem Straftatbestand der ärztlichen Schweigepflicht zu Grunde liegt, nämlich das Vertrauen des Patienten in die Verschwiegenheit seines Arztes, gegenüber einem anderen Rechtsinteresse geringerwertig ist.
Beispiel:
Der Arzt wendet sich gegen den Willen seines Patienten an die Straßenverkehrsbehörde, weil dieser als Kraftfahrer weiterhin am Straßenverkehr teilnimmt, obwohl er wegen einer bestehenden Erkrankung wie Epilepsie oder infolge von Medikamenteneinnahme sich und andere gefährdet.
Quelle: http://www.aerztekammer-bw.de/20/merkbl ... flicht.pdf

Auch andere Stellen können bzw. müssen gewisse Erkenntnisse an die Fahrerlaubnisbehörde (oder andere Behörden, die eben im konkreten Fall zuständig sind) mitteilen. Dementsprechend kann dann die Behörde in eigener Zuständigkeit tätig werden.
Gruß Anja

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visus bleibt erwiesenermaßen schlecht, bzw. verschlechtert sich zumindest in der nähe und an den äußeren gesichtsfeldrändern. visus scheint irgendwie zu stagnieren, komme gerade so zurecht, wobei das Lesen immer schwieriger wird.
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Operationen: 1999 wurde die erste Keratoplastik gemacht. s.o. bei und von Prof. Thomas Neuhann. Alle anderen Keratoplastiken (mit wachsendem Vergnügen, ebenfalls vom Prof. Neuhann der sich absolut rührend um mich kümmert. Div. Trabekulektomien, Div. Cortisonspülungen....................alles zwar Operationen, aber immer irgendwie im Vorbeigehen.
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Re: Rechtsfrage wegen Führerschein

Post by sabine s. »

hallo anja

vielen dank!!! jetzt haben wir wenigstens mal wieder alle fakten auf einmal.
dankeschön.

grüßle
sabine
Alb-Maulwurf
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Re: Rechtsfrage wegen Führerschein

Post by Alb-Maulwurf »

ich will mich ja gar nicht beschweren, dass es eine Regelung gibt, aber mit welcher Rechtfertigung müssen Schlechtsehende ihren Führerschein abgeben und bei Leuten mit einer Reaktionszeit von 1min sagt man "furchtbare Tragödie, Fahrer müde, ..."
Wenn ich etwas regle, dann sollte ich auch für Gleichbehandlung sorgen - und das geht mir gewaltig gegen den Strich.

A propos "warum ich" - ich bin SOFORT bereit im Fahrsicherheitstraining gegen eine repräsentative Auswahl der deutschen Autofahrer anzutreten. Mir zu unterstellen, ich würde mich überschätzen bedeutet im Umkehrschluss dass ihr besser Sehende überzeugt seid, bessere Autofahrer zu sein als ich :P
Anja_1
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Re: Rechtsfrage wegen Führerschein

Post by Anja_1 »

Mir zu unterstellen, ich würde mich überschätzen bedeutet im Umkehrschluss dass ihr besser Sehende überzeugt seid, bessere Autofahrer zu sein als ich
Das hat keiner behauptet und so etwas einem unterschieben zu wollen entbehrt jeglicher Sachlichkeit. Schade.

Noch am Rande erwähnt, nachdem Du weitere Behauptungen aufstellst, die den Anschein erwecken, dass Du mit den Fakten nicht wirklich betraut bist: wenn ältere oder sonstig auffällige Personen von der Fahrerlaubnisbehörde auf ihre Fahrtauglichkeit, charakterliche Geeignetheit zum Führen eines Fahrzeugs usw. überprüft werden, kann neben zig verschiedener Aspekte auch die Reaktionsfähigkeit kontrolliert werden.
Gruß Anja

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Re: Rechtsfrage wegen Führerschein

Post by sabine s. »

ist ja jetzt doch ein spannendes thema bei dem ich beiden recht geben muß.
hier zu spekulieren und "wenn-und-abers" anzuführen bringt aber leider nicht wirklich viel, denn es gibt nun mal fakten und gesetze, richtlinien und regeln, ob die uns jetzt passen, oder nicht.

allerdings bin ich wirklich auch der meinung, daß es zum behalten der fahrerlaubnis nicht alleine auf den sehtest ankommen sollte.
ich denke, erfahrung und gute reaktion kann da einiges kompensieren.
wenn ich auf der tafel das s in der vorletzten reihe nicht mehr erkennen kann, bedeutet das ja nicht, daß ich im straßenverkehr kein hindernis wahrnehmen kann , oder gar verkehrsschilder nicht sehen kann, die ja alle ohnehin eine eindeutige form haben.
es kommt ja eher drauf an, die gesamte verkehrssituation zu überblicken und einzuschätzen, und da traue ich einem führerscheinneuling mit liebeskummer und schulsorgen wirklich weniger als einem erfahrenen autofahrer mit einem visus von 60%, denn letzterer fährt ganz garantiert wesentlich konzentrierter und sicherer als ersterer.

wäre mal interessant zu wissen, WIE so ein fahrtauglichkeitssehtest aussieht. sind das nur die buchstaben, farben und offene kreise, oder werden da andere tests auch noch gemacht?

grüßle
sabine
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Re: Rechtsfrage wegen Führerschein

Post by Alb-Maulwurf »

@sabine: Der Sehtest beinhaltet Gesichtsfeldüberprüfung, die üblichen Farbtafeln zum Farbsehen und dann eben die bei uns KClern oft verschumpfenen 3D-Bilder die oft nicht funktionieren (vier Kreise, welcher steht vor?, ...) und irgendwann durfte ich auch mal die von dir angesprochenen offenen Kreise machen.
Da bei mir aber bis auf den Visus an sich wirklich alles super ist (bestätigt mir auch jeder Augenarzt) geht es wirklich NUR um den Visus den der Augenarzt ganz normal über Buchstabenlesen rausfindet.
Das hat keiner behauptet
So könnte man das:
Tja komisch, derjenige, der von gewissen Regelungen oder Einschränkungen betroffen ist, fragt sich gerne "warum ICH?" Schließlich findet man ja sofort andere, die viel schlimmer sind... und die das noch viel mehr verdient hätten...
aber durchaus interpretieren.

Übrigens: Es ist ja wohl ganz offensichtlich, dass in unserem Rechtsstaat so einiges verdreht und absolut realitätsfern ist, angefangen bei Harz IV über die Bildungspolitik zum Gesundheitswesen - und da dann zu argumentieren es gibt Regeln und Gesetze und das wohl aus einem guten Grund ist schlichtweg kurzsichtig (sorry :wink: ) - es gibt Fälle, da greifen Gesetze einfach nicht bzw falsch.
wenn ältere oder sonstig auffällige Personen von der Fahrerlaubnisbehörde auf ihre Fahrtauglichkeit, charakterliche Geeignetheit zum Führen eines Fahrzeugs usw. überprüft werden, kann neben zig verschiedener Aspekte auch die Reaktionsfähigkeit kontrolliert werden.
Wenn das Wörtchen "kann" nicht wär... wie erwähnt lebte in unserer Nachbarschaft ein Opa, der bis zu seinem Tod Auto gefahren ist, 3 mal von der Polizei aufgegabelt wurde wegen Verkehrsbehinderung und dessen Enkel ihm in der Dämmerung sagen musste wo die Straße hingeht. Natürlich hätte die Polizei ihn da diversen Tests unterziehen können - hat sie aber nicht.
Warum verweigert man dann anderen direkt den Führerschein? Anscheinend ist man ja auch bereit fahrende Zeitbomben zurück auf die Straße zu lassen (der Opa hat zum Glück nur den EIGENEN Hund überfahren).
nachdem Du weitere Behauptungen aufstellst, die den Anschein erwecken, dass Du mit den Fakten nicht wirklich betraut bist
ich bin mit den Fakten und der gesetzlichen Lage sehr wohl vertraut - eben deshalb suche ich die Hintertüre...

Ich habe das Gefühl du hast mich schon als den typischen temperamentvollen, rasenden Jugendlichen eingestuft, der nicht im geringsten in der Lage ist Risiko&Co. einzuschätzen, kann das sein? Dann lade ich dich mal auf einen Tag Autofahren ein :::wink2

Ich darf übrigens daran erinnern, dass mein alter Augenarzt mir das Gutachten anfänglich ausgestellt hat, mit der Ermahnung vorsichtig zu fahren. Ich glaube kaum dass er bereit war, für mich seine Zulassung aufs Spiel zu setzen - und seither ist laut meinen Augenärzten mein Visus sogar minimal besser geworden.

Um es nochmals auf den Punkt zu bringen: Ich bin der Meinung dass die Fahrtauglichkeit nicht allein über einen Sehtest bestimmt werden darf, solange auf der anderen Seite Autofahrer BEWUSST zurück auf die Straße geschickt werden, die ganz offensichtlich eine Gefahr darstellen.

Und um auch DAS nochmal zu betonen: Ich bin nicht der Typ, der die Augen vor der Realität verschließt und nicht warhaben will, dass er nicht fahrtauglich ist - wie im Anfangspost schon beschrieben verzichte ich auch mal freiwillig aufs Autofahren, wenn ich's zu riskant finde.
Raffke 19
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KC-Experience: Habe seit 1980 eine Keratoplastic
Keratoconus since: Mein Erkrankung wurde mit ca 26 Jahren fest gestellt
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Operationen: im Januar 1980 wurde eine Keratoplastic in Osnabrück im Marienhospital von prf. Meyer gemacht, bisher immer im grünen Bereich
Ich über mich: Diplom-Chemiker in der Pharma-Industrie,ich habe ca.10 jahre nur mit
Augenkliniken zusammen gearbeitet.
Ich habe als Anpasser mit einem CL-Hersteller in Kiel gearbeitet.
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Re: Rechtsfrage wegen Führerschein

Post by Raffke 19 »

wie engstirnig muß man seinum alles in Frage zu stellen????
Wie ist es mit einem neuen Gutachten,das dir eine verbesserungt deiner Sehleistung bescheinigt,ein Fahrtraining sagt
überhaupt nichts über deine Eignung zum fahren aus?
Wenn ich die Argumente hier verfolge spricht es eher von einer Unreife,oder lass ein neues Gutachten beim TÜV machen,das dir eine höhere Tauglichkeit bescheinigt?
PS. Frage doch mal beim ADAC nach was sie von deiner Einstellung halten,wenn du mit Kl nur knapp 50% errreichtst,
gehe doch einmal in eine Einrichtung und schaue dir Unfallopfer an,die durch solche Verkehrsteilnehmer angefahren wurden.
Bei me3inem Schwager wurde schon vor 40 Jahren ein Gutachten gemacht,so das er nur 100km/h fahren durfte und das ganze mit einer beseren Sehleistung als bei dir,aber wer so unsachlich argumentiert,da lohnt es sich nicht?
Es kann so gar passieren da dein Versicherungsschutz bei einer Auffälligkeit im Straßenverkehr verloren geht.
Nur mal zur Info ich habe von der Niederlassung für eine Million Km eine goldene Nadel mit Urkunde im Jahre 1982 erhalten,ich lade dich gerne zu einer Fahrt mit bis zu 245 auf der Piste ein,so viel zu alten senilen OPAS.
Paule :D :::blue :::glaskugel
Alb-Maulwurf
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KC-Experience: Habe Keratokonus auf beiden Augen - links stärker als rechts. Neulich beschrieb ein Augenarzt meine Sehkraft ohne Hilfsmittel mit "Fingerzählen". Dank speziellen Kontaktlinsen von Müller-Welt sehe ich knappe 50% und kann sogar (noch) Auto fahren.
Doch es verschlechtert sich weiter und mir wurde eine Transplantation nahegelegt. Jetzt stehe ich in Tübingen auf der Warteliste...

Re: Rechtsfrage wegen Führerschein

Post by Alb-Maulwurf »

mal ehrlich... wie engstirnig muss man sein, um
1.) mich zu einer Fahrt bei 245 einzuladen - mich der nie freiwillig schneller als 140 fährt... obwohl ich ein Mann bin muss ich sagen: Gutes Fahren hat nichts mit Geschwindigkeit zu tun - aber bei dir scheint das ganz nach dem "männlichen" Motto "ich hab den längeren" zu gehen. (Wie war das mit der Unreife? :::woot )
2.) meine Argumentation komplett zu ignorieren und anscheinend als selbst KC-Patient nicht zu verstehen dass 50% nicht gleich 50% sind!????
3.) 50% mit "nur" zu bezeichnen. Freu dich wenn du mehr hast und urteile nicht darüber wieviel 50% sind.
4.) immernoch nicht zu kapieren dass ich nicht die Grundgesamtheit der Rentner anspreche... aber anscheinend fühlst du dich angesprochen!?

Wie es scheint ernte ich hier nichts weiter als eine abfällige Meinung nach der anderen - und jedenfalls nichts produktives... Werde also wohl mal das nächste Gutachten abwarten müssen und dann im Zweifelsfall mal nach Rechtsbeistand Ausschau halten.
Anja_1
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Re: Rechtsfrage wegen Führerschein

Post by Anja_1 »

Wiederum sehr faszinierend, was Du wo so hinein interpretierst. Aber kannst Du ja gerne machen, wenn es Dir damit besser geht.
Ich habe das Gefühl du hast mich schon als den typischen temperamentvollen, rasenden Jugendlichen eingestuft, der nicht im geringsten in der Lage ist Risiko&Co. einzuschätzen, kann das sein?
Leider erneut ein Punkt, der klar zeigt, dass Du wiederum versuchst dem Gegenüber irgendetwas unterzujubeln. Sorry, aber für eine derartige, fortgesetzte unsachliche Diskussion darfst Du Dir jemand anderes suchen.

Viel Erfolg bei Deiner möglichen Klage.
Gruß Anja

Keine Zukunft vermag gutzumachen,
was Du in der Gegenwart versäumst.

(Albert Schweitzer)
Raffke 19
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KC-Experience: Habe seit 1980 eine Keratoplastic
Keratoconus since: Mein Erkrankung wurde mit ca 26 Jahren fest gestellt
Experience with eyeglasses / lenses: Habe einen Horror gegen Linsen daher nur mit Brille
Operationen: im Januar 1980 wurde eine Keratoplastic in Osnabrück im Marienhospital von prf. Meyer gemacht, bisher immer im grünen Bereich
Ich über mich: Diplom-Chemiker in der Pharma-Industrie,ich habe ca.10 jahre nur mit
Augenkliniken zusammen gearbeitet.
Ich habe als Anpasser mit einem CL-Hersteller in Kiel gearbeitet.
Ausbildung Ärzte / Optiker: als Chemiker und Pharmareferent 10 Jahre AA beraten und Pflegemittel und diverse Präparate unter das Volk gebracht,war dann seit 1983 für viele Pharmaunternehmen als Pillenverteiler unterwegs.

Re: Rechtsfrage wegen Führerschein

Post by Raffke 19 »

Du bist kein Mann sondern ein großer Unreifer Junge,welchen IQ muss man haben um so eine unsachliege Argumentation zu
führenn was hat die Potenz mit der Geschwindigkeit zu tun?
An den Gesetzen ändert auch ein Rechtsverdreher nichts,im übrigen du hältst dich doch für den besseren Autofahrer?
50% mit CL ist weniger als 80% mit Brille,mit CL habe ich 120% also ich habe keine Probleme beim Fahren?
Paule :::glaskugel
sabine s.
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KC-Experience: 4x transplantiert, 3x an einem auge, immunsuppression wegen ständiger transplantatabstoßungen, glaukom bereits mehrmals operiert, beginnender katarakt an beiden augen. visus mit brille um die 35%. Kontaklinsenunverträglichkeit .
augen-op´s insges. 13x. bin bei prof. th. neuhann in behandlung.
5. transpl. steht in den starlöchern.??? mehr oder weniger. das 5. transplantat war bereits am anfang märz 08 gefunden worden. 2 h später, anruf vom Prof. er könne es nicht nehmen. jetzt muß ich also weiter warten.
nävus auf der netzhaut inoperabel, tumor in der orbita nähe des sehnerves.
visus bleibt erwiesenermaßen schlecht, bzw. verschlechtert sich zumindest in der nähe und an den äußeren gesichtsfeldrändern. visus scheint irgendwie zu stagnieren, komme gerade so zurecht, wobei das Lesen immer schwieriger wird.
Experience with eyeglasses / lenses: Sehr schnell wurden mir harte KC-Linsen angepaßt, die sich aber andauernd veränderten, so, daß der Anpasser gar nciht mehr nachgekommen ist.
Operationen: 1999 wurde die erste Keratoplastik gemacht. s.o. bei und von Prof. Thomas Neuhann. Alle anderen Keratoplastiken (mit wachsendem Vergnügen, ebenfalls vom Prof. Neuhann der sich absolut rührend um mich kümmert. Div. Trabekulektomien, Div. Cortisonspülungen....................alles zwar Operationen, aber immer irgendwie im Vorbeigehen.
Been thanked: 2 times

Re: Rechtsfrage wegen Führerschein

Post by sabine s. »

hallo,
@Alb-Maulwurf: ich gebe und gab dir doch in bestimmten punkten recht! irgendwo hat hier jeder recht, wenn man mal absieht von den 245 km/h. das finde ich wirklich "präpotent" und ich hoffe, paule fährt die nicht tatsächlich aus.
es ist aber nur mal so, daß grenzen gezogen werden MÜSSEN. wie diese grenzen gesteckt sind, das passt mir auch absolut nicht,und wie du bin ich der meinung, daß 50% eben NICHT 50% sind.
und wie du bin ich auch der meinung, daß wir KC-ler uns recht gut einschätzen können und z.b nicht bei nacht fahren, nicht schneller als 120km/h auf der autobahn, keine uns vollkommen fremde strecken fahren ect. pp.
daß, wer EINMAL (und sei es vor 60 jahren) den führerschein erworben hat, NIE mehr geprüft bzw,. überprüft wird, finde ich ehrlich gesagt auch nicht in ordnung.
man könnte ja auch einführen daß z.b. menschen mit epilepsie, schwerem diabetes, narkolepsie, nicht ohne begleitung fahren dürfen oder nur wenige bestimmte kurze strecken (fahrtenschreiber).
das würde mehr gerechtigkeit bringen, denn ich bin auch der ansicht, daß es viele ältere menschen gibt (ich selbst kenne eine alte dame,die geistig verwirrt ist, aber dennoch auto fährt) deren aktives teilnehmen am straßenverkehr ein weitaus höheres risiko birgt als wenn ein junger mensch mit KC auto fährt.
es wird wohl so kommen, daß bald ALLE führerscheinbesitzer nach 10 oder wieviel jahren eine ärztliche untersuchung durchlaufen werden müssen.
von denunziationen halte ich überhaupt nichts, denn ich glaube, daß jeder ein großes eigeninteresse hat unfallfrei zu fahren. insbesondere wir "grenzfälle"
daß es trotz dem noch trottel gibt die mit kampfmaschinen und 240km/h die linke spur niedermähen ist ein phänomen, das nicht unter "uns" zu finden ist.

grüßle
sabine
Hans-J. Hirche
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Joined: 2003-12-03, 19:40
KC-Experience: beidseitiger Keratokonus;
Korrektur mit formstabilen (harten) Kontaktlinsen. - - -

Mein Keratokonus ist immer noch aktiv. Ich hoffe das er irgendwann einmal zum stehen kommt (die Hoffnung stirbt zuletzt). Alles in allem sollte man diese Erkrankung frei nach Monthy Python betrachten: ...Always look on the bright site of life

Alles in allem habe ich wider Erwarten gute Erfahrungen mit meinen harten Kontaktlinsen gemacht. Tragezeiten von bis zu 18+ Stunden sind inzwischen machbar.

Epi off Crosslinking rechts

beidseitiger grauer Star - künstliche Augenlinsen - nun weitsichtig (vorher sehr kurzsichtig)
Keratoconus since: ca. 1993
Operationen: Crosslinking rechts am 19.12.2016

Re: Rechtsfrage wegen Führerschein

Post by Hans-J. Hirche »

Bevor das hier noch eskaliert .... ersteinmal

einatmen 1-2-3

Luft anhalten 1-2-3

und ausatmen 1-2-3

und das Ganze 5 mal bewußt wiederholen...

So, jetzt dürften alle Gemüter abgekühlt sein.

@Alb-Maulwurf,
ich sehe es wie Anja1. Ich stelle es mir natürlich sehr ärgerlich vor, wenn das mit der Fahrerlaubnis nicht klappt. Aber meinst Du nicht auch daß Dein Augenarzt sich genau überlegt welches Risiko er eingehen kann und welches nicht und welche Verantwortung er hat (nicht nur für Dich, sondern insbesondere für die anderen Verkehrsteilnehmer)? Das er sich dagegen entcheidet spricht für ihn, auch wenn seine Entscheidung für Dich zuungsten darstellt.
Du gehst nach meiner Auffassung stark von Deiner subjektiven Wahnehmung aus. Die objektive Einschätzung wird durch die augenärztliche Untersuchung vorgenommen und die sollte man versuchen zu akzeptieren.

Ich persönlich bin nicht in einer Situation wie Du und kann verstehen was dieses Szenario bedeutet, aber stell Dir vor es passiert das, was nie passieren sollte. Du wirst beispielsweise geblendet oder die Sichtverhältnbisse sind schlecht und Du siehst aufgrund Deiner Sehbeeinträchtigung eine Dunkel gekleidete Oma nicht, die gerade über die Straße läuft. Bestenfalls überlebt die Oma, und wenn nicht? So oder so, hast Du dann nicht nur die strafrechtlichen Probleme vor Dir, sondern insbesondere Deine Gewissensfragen. Kollegen die ich kenne die einen entsprechenden Autounfall erlebt haben geben mir entsprechende Rückmeldung.

Wenn Du Dir jetzt sagst, daß Du vorsichtig fährst, dann sprichst Du nur für Dich und nicht für Deine Verkehrsteilnehmer. Die wissen nicht, daß Du schlechter siehst. Ich selber fahre jetzt seit ca. 23 Jahren PKW und hatte bisher keinen Unfall. Das aber nicht weil ich so gut gefahren bin, sondern weil die anderen entsprechend aufpassen.

Hast Du eigentlich auch daran gedacht, daß Dein Rechtsstreit zur Folge haben wird, daß Dein Augenarzt recht hat? Dann hast Du juristisch, verbindlich und mit entsprechenden Anwaltskosten die gleiche Antwort wie hier. Da kannst Du das Geld besser anders ausgeben...
Grüsse

Hans


...always look on the bright side of life ... (life of Brian)
Alb-Maulwurf
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KC-Experience: Habe Keratokonus auf beiden Augen - links stärker als rechts. Neulich beschrieb ein Augenarzt meine Sehkraft ohne Hilfsmittel mit "Fingerzählen". Dank speziellen Kontaktlinsen von Müller-Welt sehe ich knappe 50% und kann sogar (noch) Auto fahren.
Doch es verschlechtert sich weiter und mir wurde eine Transplantation nahegelegt. Jetzt stehe ich in Tübingen auf der Warteliste...

Re: Rechtsfrage wegen Führerschein

Post by Alb-Maulwurf »

@sabine: sorry, dich wollte ich mit meinen etwas harschen Äußerungen nicht einschließen.
Du sprichst mir nach wie vor so ziemlich aus der Seele und verstehst glaube ich absolut was ich meine...

@Hans: Ich atme immer... aber ich diskutiere gerne heftig und teile aus - stecke aber auch gerne ein und nehme niemandem etwas krumm... insofern tut es mir ehrlich leid, wenn sich andere angepöbelt fühlen, wenn ich ihnen direkt und indirekt fehlendes Einfühlungsvermögen und Kurzsichtigkeit vorwerfe.
aber stell Dir vor es passiert das, was nie passieren sollte. Du wirst beispielsweise geblendet oder die Sichtverhältnbisse sind schlecht und Du siehst aufgrund Deiner Sehbeeinträchtigung eine Dunkel gekleidete Oma nicht, die gerade über die Straße läuft. Bestenfalls überlebt die Oma, und wenn nicht?
Aber genau da ist ja der Haken!! Meine Mutter würde jeden Sehtest bestehen, sieht aber Nachts DEUTLICH weniger als ich (fährt deshalb selbst nachts nie)... deshalb frage ich jetzt zum x-ten mal: Wo ist der Sinn??
Aber meinst Du nicht auch daß Dein Augenarzt sich genau überlegt welches Risiko er eingehen kann und welches nicht und welche Verantwortung er hat
Was ich meine ist, dass Augenärzte (die alle garantiert nie selbst KC hatten) schlichtweg nicht aufgrund von ein paar dämlichen Buchstaben in schwarz auf weiß entscheiden können ob ich genug sehe oder nicht.

Bezüglich der Finanzen bin ich da selbstverständlich am überlegen... nur mein Traumauto kostet 40.000€ - die werde ich nie ausgeben, wenn ich in nem guten Jahr meinen Führerschein abgebe... Möglicherweise sind sie auch dann besser in was anderem investiert, aber wo ist Geld besser investiert als in Gerechtigkeit?