ich habe schon ein bisschen im Forum gestöbert und bin so froh, endlich Menschen gefunden zu haben, die mit derselben Diagnose leben müssen.
Ich bin 27 Jahre alt und bei mir wurde vor 1 Jahr Keratokonus auf beiden Augen diagnostiziert. Ich wurde auf beiden Augen operiert (Cross Linking) und komme mit Brille links auf 100%, rechts leider nur noch auf etwa 30%. Bis vor 4 Wochen waren es noch 50-60%. Plötzlich habe ich einen "Schub" bekommen, wahrscheinlich vom Stress und der Überbelastung durch Teilzeitjob, Studienabschluss, usw.
Tja, jetzt stehe ich da, mein Studium fast abgeschlossen, zum 1.12. hätte ich meine 1.Vollzeitstelle nach der Uni antreten sollen und so wie es aussieht, kann ich das vergessen. Am 12.11. bin ich wieder in der Klinik und wir besprechen die weitere Behandlung mit anschließender Anpassung einer neuen Brille, evtl zum 1. Mal harte Kontaktlinsen usw. Aber ihr kennt das ja, das kann sich ja noch über viele Wochen hinziehen. So eine völlig neue Stelle anzutreten und gut darin zu sein, wenn man so schlecht sieht, ist für mich erstmal undenkbar und hat mir ein bisschen den Boden unter den Füßen weggerissen.
Ich weiß, es gibt noch viel schlimmere Fälle als meinen Keratokonus, aber es ist alles so anstrengend geworden. Der erschwerte Berufseinstieg, die plötzliche Sehverschlechterung, ... Psychisch muss ich einfach erstmal damit klar kommen, dass ich die schlechte Sehleistung wirklich jeden Tag wahrnehme, dass Arbeiten am Computer so viel anstrengender ist als vorher und die Augen nach kurzer Zeit anfangen zu brennen und zu ermüden.
Ich habe 7 Jahre darauf hingearbeitet in diesem Tätigkeitsfeld zu arbeiten (leider Computerarbeit) und jetzt stelle ich mir die Frage, ob ich nicht gerade noch die Kurve kratzen sollte und etwas völlig anderes anfange und einen völlig neuen Beruf erlerne. Einen Job, bei dem ich die Augen nicht so sehr brauche wie bei der Bildschirmarbeit. Ich habe viele eurer Berichte hier gelesen und frage mich, wie ihr täglich mit eurer Arbeit klar kommt. Hut ab vor eurer Leistung wirklich! Es hört sich für mich oft an wie eine Qual, die ihr jeden Tag durchstehen müsst.
Ich frage mich auch, wie ihr mit dieser Krankheit klar kommt und mit der Diagnose.Ich habe aktuell Angst vor der Zukunft und bin in eine leichte depressive Verstimmung gerutscht. Fragen, wie die Krankheit weitergehen wird, werde ich die Linsen vertragen, kann ich Vollzeit arbeiten, ...
Und ich frage mich, wie ihr mit euren Liebsten umgeht. Euren Freunden oder der Familie. Ich bin momentan noch in einem Zustand, wo mich das gute Zureden auch etwas resignieren lässt, weil ich manchmal das Gefühl habe, meine Angehörigen verstehen die Krankheit nicht, obwohl ich ihnen schon vieles dazu erklärt habe. zB. dass ein Cross Linking die Sehfähigkeit nicht wieder verbessern kann, sondern nur die Krankheit stoppt. (wenn auch nur vorübergehend,wie bei mir leider).
Ich weiß, mein Beitrag ist etwas wirr, das liegt einfach daran, dass mir so viele Dinge im Kopf umgehen. Ich freue mich einfach über eure Kommentare und eigenen Erfahrungen zu einem oben angesprochenen Thema.
Viele Grüße & Danke!!!!
Petra