wie gut, daß ich dieses Forum entdeckt habe
Zu meiner Geschichte:
Ich bin 47 Jahre, konnte bis zu meinem 20. Lebensjahr sehr gut sehen, keine Augenleiden in mener Verwandtschaft, daher keine Vererbung von Mutter oder Vater.
Ab etwa 20 bekam ich eine Brille verschrieben, mit Zylinderanteil wegen Astigmatismus. Ab 26 ging mit der Brille nichts mehr richtig auszugleichen, ab etwa 27 wurde von Keratokonus "geredet", mir war bis vor kurzem aber nicht bekannt, daß dies eine Augenkrankheit ist und ich zu dem 0,5 Promillen Anteil gehöre, der das gleiche Problem mit den "Guckern" haben, obwohl ich vor drei Jahren in einer Spezial-Klinik in Münster mich beraten ließ, vielleicht habe ich vor Aufregung auch nicht alles mitbekommen. Am liebsten hätte man mich sofort operiert mit der Begründung, daß sich mein rechtes Auge genauso verschlimmern wird, wie das linke schon war. Für mich kommt noch keine OP in Frage wenn ich die Erfahrungen hier so lese (mehrmalige HTP, begrenzter Zeitraum, Schmerzen, langwierige Behandlung).
Mit den harten, sauerstoffdurchlässigen Linsen ging ich recht unzimperlich um. Mein Augenarzt sagte, wenn ich nicht empfindlich bin und keine Schmerzen habe, kann ich wie andere Patienten die Linse bis zu 12 Stunden am Tag tragen, er kenne sogar welche, die manchmal damit schlafen. Letzteres habe ich natürlich nicht hgemacht, aber eher den Arzt gewechselt
Ich kam mit den Linsen sehr gut zurecht, hatte einen guten Optiker, die Ärzte waren froh, wenn sie die Linsen nicht anpassen brauchten. Die einzigen Probleme waren die Lichtempfindlichkeit (ganz schlimm im Wasser, Blendung von oben und unten) und ständige Irritationen bei Wind (Staub, Sand) und Pollenflug, da sich die Partikelchen sich unter die Linse setzten, rieben und ich sie rausnehmen bzw. auswaschen mußte. Aber daran hatte ich mich gewöhnt. Bei meinem ersten Paar war ich glücklich wie ein kleines Kind, Sehschärfe über 100 Prozent, kaum zu glauben.
Neue Linsen brauchte ich nur, wenn ich sie verloren hatte oder wenn sie zu stark verkratzt waren (nach 3-5 Jahren), geringfügig hatten sich die Werte geändert. Letzten Sommer bekam ich glaube ich die 6. Linsen verschrieben (die 470€ hatte wieder meine Krankenkasse übernommen). Ja, das sind im Schnitt alle drei Jahre ein Linsenpaar.
Als ich mit meinen neuen Linsen letztes Jahr auf Mallorca Urlaub machte, hatte ich massive Probleme: Wenn ich was ins Auge bekam (Sand, Staub) konnte ich die Linse, nachdem ich sie sofort rausgenommen hatte, erst wieder am nächsten Tag einsetzten. Da das jeweils andere Auge die "Arbeit" übernehmen mußte, war auch das trotz dunkler Sonnenbrille so gereizt, daß ich an manchen Tagen gar keine Linse einsetzte, wie ein Blinder durch die Gegend tapperte und mich nur noch im Hotel aufhielt.
Von meiner wunderbaren Optikerin sensibilisiert wollte ich nun nicht erst zu ihr gehen, wenn ich Wehwechen habe und habe mir vor kurzem wieder einen Arzttermin geben lassen (Augendruck 14, Hornhautdicke keine Ahnung, hätte ich fragen sollen, Radius 5,6). Dieser hat mir ein Rezept für zwei neue Linsen ausgestellt und meine Optikerun hat nach mehreren Bestellungen nun endlich die Linsen gefunden, die keinen Druck mehr ausüben, also "steil" genug sind. Das sei deshalb erforderlich, damit sich die Zellen erholen, wieder genug Sauerstoff bekommen und die Gefahr des "Aufbrechens, reissen" der Hornaut zu minimieren. Sie war richtig happy, die optimalen Linsen gefunden zu haben.
Doch oh Schreck, mit diesen ca. 10% steileren Linsen sehe ich schlechter als ohne Linsen, eine Korrektur mit zusätzlichen Brillengläsern (da die rechte nur eine Anpasslinse ohne Dioptrin war) weder sphärisch noch zylindrisch brachte keine Besserung. Anstelle des einzelnen, großen Buchstabens D sah ich nur drei schwarze Halbbögen, die nichts mit einem "D" gemeinsam hatten. Ausserdem (entschuldigt) ist das Tragegefühl beschissen, als hätte ich ein Haar im linken Auge.
Meine Optikerin hat sich mit weiteren Spezialisten unterhalten, ihr wurde gesagt, daß sich dies u.U. erst nach längerer Tragezeit, bis zu 14 Tagen, normalisieren kann. Aber kann ich dann, wenn das nicht so ist, zu meinen alten zurück oder kann ich die dann auch nicht mehr nehmen? Es wurde damit begründet, daß wie bei einem neuen Schuh dieser sich erst einlaufen muß.
Meine alten CL haben wohl den Effekt, daß sie die "schwammige" Keratokonus-Spitze wohl zusammendrücken und so eine homogenere Fläche entsteht. Aber schon jetzt merke ich nach einigen Stunden Tragezeit der alten CL, daß die Augen etwas schmerzen und beim Rausnehmen flutscht das nicht mehr so (Saugnapf-Effekt).
Wer hat ähnliche Erfahrungen bzw. kann meine Fragen beantworten?
Warum habe ich vom letzten Jahr auf dieses so eine drastische Änderung (20 Jahre alles o.k.)?
Warum kann ich jetzt nicht wie sonst mit den neuen Linsen SOFORT gut sehen?
Ist das Tragen meiner alten Linsen für ca. 8 Stunden pro Tag zu gefährlich?
Können sich meine Augen wohl wie vorausgesagt an die neuen Linsen nach 14 Tagen gewöhnen, so daß die Sehschärfe wieder besser wird wie bei den alten?
Und jetzt mal was futuristisches:
Hat jemand schon mal was davon gehört, daß an einer sogenannten Hornhaut-Farm gearbeitet wird (eine Art Züchtung semi-künstlicher Hornhaut) und einer neuen Methode, Hornhaut nicht zu nähen sondern mit Laser "festzuschweißen" ? Oder ist das eher ein Wunschtraum?
Vielen Dank schon mal im voraus für Eure Stellungnahme